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Aslan
Abashidze
Vorsitzender der „Democratic Revival Union of
Georgia“
Vermittler und Berater der georgischen Regierung im Abchasien-Konflikt
Zu Spielbeginn
hatte ich mir Ziele gesteckt, die mehr oder weniger erreichbar schienen.
Das ich am Ende jedoch relativ weit weg von all den Zielen ankam, hätte
ich am Anfang nicht vermutet.
Meine Ziele
primären Spielziele waren:
Schwächung des (Ex-)Präsidenten Schewardnadse bzw. dessen
Absetzung
Aufrechterhaltung der priviligierten Stellung Adjariens in Georgien
und meiner Familie
stärkere außenwirtschaftliche Verflechtungen, insb. zur Türkei
aber auch zu Armenien und Russland
Stärkung des Staates Georgien nach außen bei gleichzeitigen
starker Stellung der Teilgebiete innerhalb Georgiens (Vorbild sei westlicher
Förderalismus)
Zu Beginn
des Spieles ging es mir in erster Linie um die wirtschaftlichen Beziehungen
zur Türkei und Armenien. Ziel war es, Adjarien weiter zu stärken
und eine breitere Schicht in Georgien und im Ausland für mich zu
gewinnen. In Armenien konnte ich zumindest die Opposition zu einer ersten
Vereinbarung bewegen. Die Türkei sperrte sich jedoch kategorisch
gegen jede wirtschaftliche Zusammenarbeit. Dabei blieb es im Laufe des
Spieles auch, da die anderen Verhandlungspartner zunehmend in andere
Konflikte verwickelt wurden und sich für Ökonomie keine Zeit
mehr fand.
Jedoch erwuchs daraus die Zusammenarbeit der oppositionellen Gruppen
Georgiens, Armeniens und Aserbaidschans. Diese Gruppe war immerhin in
der Lage, die jeweils anderen in der Öffentlichkeit zu unterstützen
(na ja – mehr oder weniger sinnvoll). Später schloss sich
auch der Iran inoffiziell dieser Gruppe an.
Nach und
nach wollte ich Schewardnadses Macht schwächen. Zunächst sollten
dazu verschiedene Diffamierungs- und Lügenkampanien dienen, die
jedoch in der Presse kaum Beachtung fanden. Dazu kam, dass auch von
Schewardnadse verschiedene Aktionen gegen mich gestartet wurden. Diese
wurden so gefährlich(so schien es zumindest), dass mir von verschiedenen
Seiten geraten wurde, das Land zu verlassen. So habe ich mich ins Exil
in den Iran begeben. Im letzten Spielzug habe ich in einem Selbstmordattentat
Schewardnadse in die Luft gesprengt. Im nachhinein habe ich mich über
den Zug geärgert, da er doch sehr realitätsfremd war und einfach
nur eine Kurzschlusshandlung war. Ich hätte mich mit dem Spielende
so abfinden sollen, wie es war. Das wäre zwar unbefriedigend gewesen,
aber so sind in der realen Politik nunmal viele Ereignisse.
Innerhalb
Georgiens habe ich die Bemühungen Ossetiens und Abchasiens unterstützt,
ohne jedoch allzu radikalen Beschlüssen zu folgen. Ebenso gab ich
Russland die Möglichkeit, sich in Adjarien wirtschaftlich und militärisch
zu bewegen. Meine Haupthoffnung war eine breitere Front gegen Schewardnadze,
die jedoch nie so richtig zustande kam. Grund dafür war u.a. die
einsetzenden Tumulte in Tblissi und in Abchasien.
Das größte
Problem, das ich als Akteur hatte, war die relative Bedeutungslosigkeit
meines Anliegen und meiner Ziele verglichen mit den Konflikten, z.B.
in Abchasien oder Moskau. Alleine zu agieren machte daher wenig Sinn
und brachte mich den Zielen nicht näher. Deswegen versuchte ich
im Spielverlauf immer wieder neue Allianzen und Bündnisse aufzubauen,
die jedoch aufgrund meiner begrenzten Macht und Einflusssphäre
oftmals einseitig waren und nicht lange Bestand hatten. Darin lag im
Prinzip auch die Herausforderung im Spiel: aus dem Schatten des Teilstaates
Adjarien herauszutreten. Dies hätte vielleicht funktioniert, hätte
es nicht Tamaz Nadareishvili gegeben. Als Oppositionspolitiker hat er
sich einfach alle Möglichkeiten offengehalten und am Ende alle
gegeneinander ausgespielt. Nach meinem Selbstmordanschlag hat er sich
ins Private zurückgezogen, so dass Georgien am Ende des Spiels
ohne politische Führung dastand – Nadareishvili sollte die
Führung eigentlich übernehmen.
Was Korruption
und „krumme Geschäfte“ angeht, so habe ich versucht,
mich weitestgehend aus solchen Dingen herauszuhalten, um eine weiße
Weste zu behalten. Hat auch funktioniert; es wurde nur nie zu einem
politischen Kriterium, da ja offensichtlich alle politischen Aktuere
rings um den Kaukasus korrupt waren (dazu zählen auch Angehörige
internationaler Organisationen).
Eigentlich
wurde es nie so richtig ernst um Adjarien, selbst als türkische
Truppen an der Grenze aufmarschierten (Realitätsgehalt?). Sieht
man es aus der realen Perspektive, so muss man froh sein, dass es ruhig
geblieben ist. Als Fazit kann ich also sagen: Wenn auch nicht spektakulär,
so ist doch zumindest der Frieden in Adjarien erhalten geblieben und
es ist nicht in die „Revoluzzer-Verhältnisse“ des restlichen
Landes abgedriftet. Keine Toten ist in diesen Zeiten im Kaukasus oftmals
ein viel erstrebenswerteres Ziel als bestimmte politische Konstellationen,
auch wenn die natürlich das primäre Spielziel aller Beteiligten
waren.
Nach dem
Spiel kann ich sagen, dass diese Erfahrung sehr beeindruckend war. Als
Außenstehender denkt man oft, warum ein Politiker dies oder das
unternimmt oder eben auch nicht. Schlüpft man mal in eine solche
Rolle, so stellt man fest, dass einem oftmals die Hände gebunden
sind oder aber einfach auf Desinteresse bei anderen stößt.
Die Verhältnisse im Kaukasus lassen sich zwar sicher nicht eins
zu eins auf andere Länder oder Regionen übertragen, zeigen
aber wie eingschränkt politischer sog. Freiraum oftmals ist.
<<zurueck
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