Igor Iwanow
Außenminister
der Russischen Föderation
1. Spielziele
Die russische Föderation hat sich im Rahmen stabilisierender
Maßnahmen und zur Durchsetzung Ihrer Interessen in der Kaukasus
Region folgende strategische Spielziele gesetzt:
- Machtwechsel in Georgien - sei es zur Not mit Mitteln
der Gewalt
- Unterstützung der Teilrepubliken Abchasien und Süd-Ossetien
auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit von Georgien
- Zurückdrängen des US-amerikanischen Einflusses in Georgien
sowie im Kaukasus allgemein; der Öffentlichkeit gegenüber
sollte aber ein pragmatisch-kooperatives Verhältnis zu den USA
gewahrt bleiben
- Machtwechsel in Armenien durch Stärkung der Opposition Demirchjans,
Herbeiführung von Neuwahlen und somit Herstellung eines legitimen
Machtapparates
- Machtwechsel in Aserbaidschan, ebenfalls durch Unterstützung
der Opposition Haji Ali Akram Alijews
- Intensivierung der freundschaftlichen Verhältnisse zum Iran
- Beseitigung des tschetschenischen Rebellenführers Bassajew
- Stärkung der Position Präsident Kadirows, Schwächung
und Absetzung Aslan Maschadows
- Beseitigung des russ. Oppositionellen Gregor Jawlinski
2. Strategien zur Durchsetzung der Ziele
Georgien:
Erstes Ziel der Russischen Föderation, im Folgenden
RF genannt, war es aufgrund der aktuellen Ereignisse im georgischen
Kodori-Tal, einen Stopp der Kampfhandlungen zwischen Abchasien und
Georgien herzustellen. Dazu wurden von den USA und der RF eine Friedenskonferenz
mit Vertretern Abchasiens und Georgiens einberufen, deren Ziel in
einer Bekräftigung des gemeinsamen Willens der Beilegung des
Konfliktes bestand. Russland verurteilte gleichzeitig das Vorgehen
Georgiens aufs Schärfste und sprach sich für die Einsetzung
einer multinationalen Peacekeeping Force unter Ägide der RF aus.
Von Anfang an war es erklärtes Ziel Russlands, die Abchasen und
Süd-Osseten in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterstützen,
gleichzeitig aber soweit auf die beiden Teilstaaten einzuwirken, dass
es nicht zu einer Eskalation der Gewalt gegenüber Georgien kam,
zumindest nicht ohne das Placet der RF. Sorgte die Einrichtung einer
UN-Friedenstruppe sowie die Errichtung eines Schutzkorridors vorerst
für Frieden, fiel unser Augenmerk sodann auf die Autonomiebestrebungen
der beiden Republiken. Da eine Lösung über Neuwahlen und
ein Absetzen Schewardnadses wenig erfolgreich schien, unterstützte
Russland die Republiken mit Geld und Waffen, was letztlich auch mit
zur Eskalation geführt haben dürfte, indem abchasische und
süd-ossetische Truppen im georgischen Kernland einfielen. Eigentlich
lag es vielmehr in unserem Sinne, auch unter Einspannen der Waldbrüder,
Unruhe und Destabilität durch Terror in Georgien zu schaffen
und somit zu einer Eskalation der innenpolitischen Situation zu führen,
so dass Schewardnadse gestürzt werden konnte. Dazu gehörte
auch die Entwicklung von Intrigen wie Drogenhandel, Prostitution usw.
in den nicht nur hohe Regierungsmitglieder, sondern auch die US-Truppen
in Georgien verwickelt werden sollten: So erhielten wir aus „Geheimdienstkreisen“
die Information, dass eine amerikanische Militärbasis zur Zwangsprostitution
missbraucht worden sei – unter Beteiligung ranghoher Regierungsmitglieder
aus dem Umfeld Schewardnadses!
Die einsetzenden anarchischen Zustände und der damit einhergehende
“Sturm auf Tbilissi” durch Abchasien und Süd-Ossetien
kamen uns zwar nicht ungelegen, dennoch lag es nicht zwangsläufig
in unserem Interesse, dass die Situation derart eskalierte. Die russische
Führung erklärte sich schon im Vorfeld der Ereignisse bereit,
im Falle eines Einmarsches, Truppen nachrücken zu lassen und
die süd-ossetischen Grenzen zu sichern. Nach außén
hin galt es aber natürlich, dieses Militäraktion auf das
Schärfste zu verurteilen.
Leider waren die Verhältnisse zur georgischen Führung ausserordentlich
schlecht, es kam außer einem Geheimtreffen mit Schwardnadse
sowie mehreren geheimen Treffen mit Nadareishvili, nicht zu bilateralen
Verhandlungen. Dennoch wagten wir die Annäherung an Schewardnadses
Schützling Nadareishvili. Die Geheimgespräche signalisierten
anfangs auch auf Seiten Nadareishvilis Bereitschaft, durch russische
Unterstützung das Zepter in Georgien künftig in die Hand
nehmen zu können. Unter Mithilfe des Geschäftsmannes Nachotschi
wurde ein Komplett geschmiedet: Der FSB sollte - mit Hilfe Nadareishvilis
- Agenten in die Autowerkstatt Schewardnadses einschleusen, die die
Fahrzeuge so manipulieren sollten, dass ein Unfall herbeigeführt
werden würde, der Schewardnadse regierungsunfähig machen
sollte, so dass Nadareishvili als Interimspräsident eingesetzt
werden konnte. Das Attentat schlug allerdings leider fehl (s.u.).
Letztlich hat Russland in Georgien sein Ziel durchsetzen können:
Schwardnadses (natürlicher?) Tod ebnete den Weg für eine
neue Regierung und somit für neue, hoffentlich fruchtbarere Verhandlungen.
Mit dem Sondergipfel zwischen den USA und Russland stellte sich wieder
Frieden ein in Georgien: Die Autonomie der Teilrepubliken wurde gesichert,
eine Kontaktgruppe von Seiten Russlands und der USA eingesetzt und
humanitäre Hilfe gewährt. Im Gegenzug kam es zu einer Entmilitarisierung
Abchasiens und Süd-Ossetiens.
Armenien:
Russland erkannte die Regierung Armeniens und somit
deren Präsidenten Kotcharjan als nicht legitim an. Zudem war
es Russland ein Dorn im Auge, dass sich Armenien zunehmend den USA
annäherte. Dem galt es Einhalt zu gebieten. Mit dem loyalen und
gleichzeitig kompetenten Oppositionsführer Demirchjan stand uns
eine aussichtsreiche Alternative zur Verfügung, um eine neue
Regierung zu etablieren und Armenien weiterhin als wichtigsten russischen
Stützpunkt im Kaukasus zu behalten. Russland versprach Armenien,
seiner Forderung eines schrittweisen Truppenabzuges nachzukommen,
forderte im Gegenzug aber Neuwahlen, die unter Aufsicht einer UN-Stabilisierungstruppe
mit 1500 Mann und der OSZE dann auch stattfanden Hätte sich Kotcharjan
den Wahlen verweigert, wie es zeitweise durch die mögliche Ausrufung
des Notstandes schien, so hätte Russland mit Truppen intervenieren
müssen, um die Ordnung des Landes wieder herzustellen und Neuwahlen
herbeizuführen.
Die langfristige Unterstützung von Demirchjan von Seiten Russlands
machte sich bezahlt: Trotz der von den USA gelieferten manipulierten
Wahlautomaten gewann Demirchjan mit einem Erdrutschsieg die Wahl.
Zwar kamen von einigen Seiten Zweifel über die Legitimität
der Wahlen auf, gegen einen kleinen Gefallen bestätigte uns aber
auch der offizielle OSZE-Beobachter deren Gültigkeit.
Darüber hinaus machte sich Russland auch für einen Truppenrückzug
der armenisch-karabch’schen sowie eigener Truppen aus der Enklave
stark, um dort einen entmilitarisierten Korridor zu schaffen.
Aserbaidschan:
Ähnlich wie in Armenien verhielten wir uns in
Aserbaidschan. Russland unterstützte fleißigst die „Islamic
Party“ mit Waffen und Geld. Zugute kamen uns dabei die freundschaftlichen
Beziehungen zum Iran, der uns in der Unterstützung der Opposition
hilfreich zur Seite stand, vor allem durch Geld, Waffen und die Organisation
des Wahlkampfes für den Haji Ali Akrem Alijew. So gelang es auch
mit Hilfe des Iran, Alijew das ein oder andere Mal aus der Haft zu
befreien. Zwar versäumten wir hier die Einberufung von Neuwahlen,
das Abtreten Präsident Alijews und der damit einhergehende Machtwechsel
führten Russland aber auch dort zum Ziel.
Innenpolitik:
Innenpolitisch galt es vornehmlich, den Oppositionellen
Gregor Jawlinski auf ein politisches Abstellgleis zu manövrieren.
Hier spielten unsere Beziehungen zu dem dubiosen Geschäftsmann
Nachotschi eine wichtige Rolle, mit dem wir in dieser Thematik eng
zusammen arbeiteten. Jawlinski, der sich immer wieder unliebsam in
das Thema Menschenrechte und Tschetschenien einmischte, war für
die Regierung nicht länger tragbar. Nachdem die Führung
ihm eine Vermittlerrolle im Abchasienkonflikt zusagte, Jawlinski dieses
Angebot jedoch arrogant verweigerte, entschieden wir uns, Jawlinski
zu kompromittieren: Zwar sollte er seinen Wunsch erfüllt bekommen,
aber als Beobachter nach Tschetschenien abberufen, sollte er bei einer
Routinekontrolle an der tschetschenischen Grenze, beim Plutoniumschmuggel
erwischt werden. Das Komplott war bis ins Detail – auch unter
tatkräftiger Unterstützung des Menschenrechtskommissars
des Europarates - geplant, leider platzte die Durchführung. Dafür
wurde Jawlinski auf unerklärliche Weise einige Zeit später
entführt. Dass Jawlinski sich wenig später mit unserem Geheimdienst-
und Militärchef verbündete und diese drei Putins und meine
Autorität zu unterminieren, ja Putin sogar zu stürzen versuchten,
kam äußerst überraschend. Wer genau die Drahtzieher
dieses Putschversuches waren, lässt sich nur erahnen, einige
Verschwörungstheorien gehen von einem Engagement der USA, andere
von dem windigen Nachotschi aus. Nachotschi schien uns gegen Ende
des Spiels als wenig gewinnbringend, im Gegenteil sogar: Er war in
allerlei zwielichtige Beziehungen mit allen Akteuren verwickelt. Auch
ihn galt es, von der Bildfläche verschwinden zu lassen, was uns
nach Annäherung an die USA und deren tatkräftige Unterstützung
bei seiner Eliminierung auch gelang. Mit der Beseitigung Nachotschis
gelang Russland und den USA zudem ein großer Schlag gegen das
Organisierte Verbrechen.
Tschetschenien:
Staatsfeind Nummer 1 war erklärter Weise Schamil
Bassajew, seine Ergreifung stand für die RF in der Angelegenheit
Tschetschenien an oberster Stelle. Wir sahen eine Möglichkeit,
über Aslan Maschadow an ihn heranzukommen. Natürlich nutzte
auch Maschadow diese Gelegenheit, um seine eigenen Interessen durchsetzen
zu wollen. Seine Forderungen waren allerdings so hoch, dass wir uns
gegen eine Kooperation mit ihm entschieden. Als internationales Symbol
der Friedfertigkeit Russlands, zogen wir sukzessive Truppen aus Tschetschenien
ab und statteten im gleichen Zuge Kadirow mit zusätzlichen Kompetenzen
aus. Pläne, Bassajew für unsere Zwecke gegen Georgien einzusetzen,
wurden genauso schnell verworfen, wie sie aufkamen, letztlich ist
es in Tschetschenien zu keinem wirklich für Russland befriedigenden
Ergebnis gekommen.
3. Freunde und Feinde
Der Umgang mit unseren Feinden war vor allem durch
– und das war zugegeben ein Fehler – Nichtbeachtung gekennzeichnet:
Sei es Schewardnadse in Georgien, Kotscharjan in Armenien oder Alijew
in Aserbaidschan, es kam zu viel zu wenigen Gesprächen. Mit der
Türkei lagen die bilateralen Verhandlungen von Anfang an auf
Eis!
Dagegen gingen wir auf unsere Freunde zu, holten sie mit ins große
russische Boot, prüften sie auf ihre Loyalität uns gegenüber
und unterstützten sie, wo wir nur konnten.
Das Verhältnis zu den UN war außerordentlich kooperativ,
wenngleich wir natürlich auch mit Schrecken feststellen mussten,
wie sehr sich die UN von den USA um den Finger wickeln ließen.
Darüber hinaus verstanden wir es aber, uns auf europäischer
Seite Unterstützung von den OSZE und dem Europarat zu sichern.
Intrige, Bestechung, die klassischen Mittel eben, spielten natürlich
eine große Rolle in unserer Politik im Kaukasus, dennoch war
es eigentlich unsere erklärte Strategie, ein zumindest nicht
feindliches Verhältnis zu den USA zu etablieren. Dass hierbei
das Klima so schnell umschlug, war keineswegs gewollt, sondern nur
dem Lauf der Dinge angemessen. Aber zum Ende der Krise glätteten
sich die Wogen und der status quo ante war wieder hergestellt.
4. Probleme
Das Hauptproblem der RF war eindeutig ihre Sonderstellung
im Kaukasus. Da Russland zu allen Akteuren Kontakt halten und an allen
Fronten kämpfen musste, machte sich gleich von Anfang des Spiels
an, etwas Überforderung breit. Nach äußerst kurzen
und viel zu oberflächlichen Sondierungsgesprächen über
unsere Strategie, wurden wir mit Anfragen, Staatsbesuchen und dergleichen
geradezu erschlagen. Da hieß es Prioritäten zu setzen,
wobei die eher kleineren Akteure leider Gottes auf der Strecke blieben,
genannt sei hier vor allem die Frage um die Enklave Berg-Karabach,
der wir kaum Aufmerksamkeit schenkten. Wir verpassten es auch, rechtzeitig
Kontakt mit dem Präsidenten Armeniens aufzunehmen, der leicht
frustriert von unserer Ignoranz, natürlich darauf hin die Beziehungen
zu den USA intensivierte. Ging es uns während des gesamten Spiels
doch eher darum, uns genehme Regierungen zu etablieren, vergaßen
wir ganz das eigentlich alles entscheidende Pipelineprojekt, über
das zwar kurzzeitig gesprochen wurde, das aber – wie ja bei
den anderen Akteuren ja auch – nicht sonderlich hoch auf der
Agenda stand.
Auch das Thema Tschetschenien war eher sekundär, zwar überlegten
wir angestrengt, wie wir Bassajew fassen und endlich Frieden und Stabilität
in die Region bringen könnten. Viel mehr Gedanken setzten wir
allerdings auf die Beseitigung des liberalen Oppositionellen Jawlinski.
Zwei Aktionen, die die gesamte russische Strategie hätten zu
Fall bringen können, hat das Schicksal noch einmal von uns abwenden
können: Die gescheiterte Zusammenarbeit mit Nadareishvili, die
wir aus dem Schatten Schwardnadses heraus in die Gunst Russlands stellen
wollten und natürlich der gescheiterte Mordversuch an Schwardnadse,
den Nadareishvili dadurch vereitelte, dass er uns erst Zusammenarbeit
versprach, dann seinen Präsidenten jedoch vor unseren Mordplänen
warnte.
Daneben war die Verschwörung der Troika Boldyrew, Jawlinski und
Patruschew ein weiterer Eskalationspunkt. Die dilettantisch-defaitistische
Aktion dieser Trias trug glücklicher Weise keine Früchte,
versetzte Putin und mich aber in eine tiefe Krise.
Daneben lag es nicht im Sinne unserer Strategie, dass schon in Runde
zwei das Verhältnis zu den USA einen Tiefpunkt erreichte, nachdem
diese durch Geheimdienstberichte wissen wollte, dass Russland die
abchasischen und süd-ossetischen Rebellen mit Waffen versorge.
Es hätte sicher den Spielverlauf zwischen den beiden Großmächten
positiver beeinflusst, wenn diese Vorwürfe nicht stattgefunden
hätten, eine Eskalation (s.u.) und ein Beinahe-Dritter-Weltkrieg
hätten so unter Umständen vermieden werden können.
5. Gab es eine Eskalation?
Ja, eindeutig. Die Welt stand kurz vor einem Dritten
Weltkrieg und Russland zeitweise vor einem großen Problem: Der
Deal Truppenrückzug gegen Neuwahlen in Armenien traf genau zusammen
mit dem Einmarsch abchasischer und süd-ossetischer Truppen in
Georgien. Wäre die Situation noch weiter eskaliert, hätten
die USA verstärkt in den Konflikt mit eingegriffen, dann hätte
Russland an der Südfront Georgiens keine Soldaten gehabt, geschweige
denn, hätte die Türken an der Grenze zu Armenien stoppen
können. Nach Außen hin galt es natürlich, das Vorgehen
der beiden Teilrepubliken zu verurteilen, um einer Eskalation entgegenzuwirken,
dennoch galt es ebenso, angemessen auf das Engagement der USA, wie
z.B. der Entsendung der USS Kitty Hawk, zu antworten, die Schwarzmeerflotte
zu mobilisieren und während der Eskalationsphase abchasische
und süd-ossetische Grenzen und deren Luftraum zu sichern. Schauprozesse
sollten die “Kriegstreiber” in Süd-Ossetien dann
symbolisch diffamieren und auch das Bild Russlands wieder gerade rücken.
So wurde mit Schwardnadse geheim eine Festnahme Präsident Kokojews
vereinbart.
Russland war zudem das erste Land, dass sich für eine UN-Friedenstruppe
in Georgien aussprach und die Verhandlungen darüber vorantrieb
- nicht zuletzt, indem es sich durch Gespräche mit den Abchasen
und Süd-Osseten für einen Rückzug deren Truppen aus
Georgien einsetzte. Für Russland ist dabei festzuhalten, dass
die Eskalation noch recht glimpflich ausgegangen ist und für
uns weitaus unangenehmere Züge hätte annehmen können.
6. Schlussbetrachtungen
Abschließend kann gesagt werden, dass Russland
mit dem Ausgang der Krise zufrieden sein kann. Zwar wurden nicht alle
oben genannten Ziele erreicht, besonders die Errichtung der Pipeline
sei hierbei genannt, dennoch gab es eine erstaunliche Wendung im Geschehen
– zu Gunsten der RF. Die Eskalation in Georgien sorgte für
einen Wendepunkt, Russland war isoliert und es sah alles ganz danach
aus, als stolperte es geradewegs ins Verderben. Schien der kaukasische
Knoten anfangs noch unlösbar, so war das Ende viel versprechend
und erfolgreich für Russland: In Georgien und Armenien sowie
in Aserbaidschan kam es zu Machtwechseln; ein Putschversuch konnte
erfolgreich abgewehrt werden, wodurch auch die Opposition im eigenen
Land außerordentlich an Stärke verlor.
Gerade die erwähnten Machtwechsel lassen die Hoffnung aufkommen,
dass die Verse des russischen Dichters Michail Lermontow aus dem Jahre
1830 vielleicht endlich der Vergangenheit angehören werden:
Kaukasien, du fernes Land,
der Freiheit armes Domizil,
von soviel Unglück übermannt,
von blutigen Kriegen allzu viel!
<<zurueck