Robert Kotcharjan
Präsident Armeniens
Ich bin Robert Kotcharjan, armenischer Präsident. Meine Spielziele
waren die Verbesserungen der wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei
und Aserbaidschan sowie die Souveränität Berg Karrabachs
(BK). Außerdem wollte ich gern eine Friedenspipeline durch mein
Land bauen.
1.Runde:
Außer einem Gespräch mit dem Vertreter BKs habe ich keine
konkreten Handlungsideen. Ich beschließe das Spiel auf mich
zukommen zu lassen.
Die Opposition tritt an mich heran. In Fehleinschätzung der Lage
und ihrer (Opposition) späteren Bedeutung lehne ich genervt jegliche
Kontaktaufnahme ab.
Ein Götterzettel informiert mich über eine Wanze in meinem
Büro. Da ich noch keine strenggeheimen Aktionen plane, scheint
diese Info belanglos. (Ich frage mich hier, ob ich einen Zettel hätte
schreiben können: Ich lasse die Wanze entfernen. ?)
Ich beschließe mit meinem Kollegen aus BK (wir haben gleiche
Ziele) über Rückkehrrechte aserischer Flüchtlinge nach
BK zu verhandeln. (Wir wollen damit unseren guten Willen zu Verhandlungen
über BK und unsere Kompromissbereitschaft signalisieren.) In
einem Treffen mit Rumsfeld beschließen wir den Ausbau unserer
Beziehungen und gemeinsame Anstrengungen bei der Lösung des BK-
Konflikt.
Abashidze bittet mich um Vereinfachung wirtschaftlicher Beziehungen.(Je
mehr Partner je besser, denke ich und willige ein.)
Ich verhandele mit Alijew über einen Korridor zwischen Nachitschevan
und Aserbaidschan, um im Anschluss Souveränitätsforderungen
in Bezug auf BK stellen zu können. Der Korridor wird an der iranischen
Grenze verlaufen, der Grenzverkehr zwischen Iran und Armenien jedoch
dadurch nicht beeinträchtigt. Der nötige Truppenrückzug
meinerseits wird mit dem wichtigen Zugeständnis Gukasian als
offiziellem Gesprächspartner anzuerkennen und den BK-Status in
naher Zukunft endgültig zu klären, belohnt. Wir verkünden
offiziell die baldige Einrichtung des Korridors.
2.Runde:
Die Türkei, die mich schon seit langer Zeit sprechen will, die
ich aber im Vergleich zum BK-Konflikt als unwichtig einschätze
und deshalb warten lassen habe, einigt sich mit mir über regelmäßige
bilaterale Gespräche und verbesserte Handelsbeziehungen.
3.Runde:
Ich frage die Götter nach Infos über meine Opposition und
deren umstürzlerische(?) Pläne, denn diese ist ständig
bei intensiven Verhandlungen mit allen möglichen Parteien zu
sehen und hat ein schuldbewusstes Gesicht. Die Demonstrationen in
meinem Lande gehen wohl auf ihr Konto. Gleichzeitig, so die Götter,
hat die Opposition eigene Probleme.
Ich erhalte eine Götterinfo bezüglich Militärmanöver
von Aserbaidschan, der Türkei, USA und Georgien und werde zur
Wachsamkeit gemahnt. Ich weiß nicht, was sich da zusammenbraut,
kann mich aber nicht sofort kümmern, da mir Delgado zeitgleich
verständlich macht, mein aufgeregtes Volk ließe sich vielleicht
mit Pressefreiheitsrechten etwas besänftigen. Ich garantiere
(unter hämischen Grinsen meiner Opposition) meinem Volk die Pressefreiheit
zu gewähren (mein Volk ist glücklich), bestreite aber vehement
die Unrechtmäßigkeit der letzten Wahl. Gukasian und ich
beschließen mit dem Truppenabzug aus von uns besetztem aserbaidschanischen
Gebiet um BK herum zu beginnen, um den Korridor zu ermöglichen.
4.Runde:
Ich versuche von der Türkei zu erfahren, inwiefern sie gegen
mich intrigiert (z.B. mit den Truppenübungen oder mit meiner
Opposition). Sie fordert von mir vorgezogenen Wahlen und eine Einbindung
als Vermittler (ex-post und ‚nur’ für eine gute Presse)
in den BK-Konflikt und verspricht mir im Gegenzug, meine Opposition
nicht zu unterstützen und sich öffentlich für die „grausamen
Verbrechen“ (wie wir den Genozid beschönigend beschreiben)
an meinem Volk zu entschuldigen. Dies wird von den Göttern vehement
abgelehnt. Damit kann ich meinem Volk leider nicht diese Genugtuung
geben gleichzeitig jedoch wird damit auch die vorgezogene Wahl hinfällig.
Ich dränge Alijew weiterhin zu Zugeständnissen in der BK-Frage.
Ich will endlich klare Fakten (die Souveränität von BK),
um mein Volk, bevor es weiter meutert, beschwichtigen zu können.
Wir beschließen eine endgültige „ befriedigende Lösung“
in Runde 5 und 6. Die Götter mahnen uns an, unser Volk bezüglich
unserer Pläne zu befragen.
Der eloquente Donald Rumsfeld macht mir in einem Geheimvertrag ein
unmoralisches Angebot. Für meine Hinwendung zur USA und meiner
Abwendung von Russland, die sich noch keine Deut um mich gekümmert
haben (und ich nicht um sie), sichert er großzügige Wirtschaftshilfe
und Investitionen in meinem Land zu.
5.Runde:
Ich stelle erschüttert fest, dass in meinem Volk nur 50% für
die Souveränität BKs die andere Hälfte jedoch für
einen Anschluss an Armenien ist.
Da Gukasian Angst hat, seine Interessen kommen zu kurz und Aserbaidschan
und ich manövrieren ihn aus, will er die UN in unsere Verhandlungen
einbeziehen. Wir stimmen zu.
Weil die Proteste im einem Land immer größer werden, verkünde
ich, die Wahlen um 2 Jahre vorzuziehen. (Ich hoffe bis dahin die BK-Frage
so gelöst zu haben, dass meine Volk mich wiederwählt.)
7.Runde:
Es gilt nun die Russen dazu zu bringen ihre Truppen aus Armenien abzuziehen,
da wir (BK und Armenien) jetzt mit den USA zusammenarbeiten und außerdem
wegen des Korridors vorankommen wollen. (Da können wir russische
Sturheit nicht gebrauchen.)
Ivanow sichert mir zu, die russischen Truppen in den nächsten
3 Runden gestaffelt zurückzuziehen und fordert dafür meine
Zustimmung zu Neuwahlen. Daraufhin verkünde ich schnell und öffentlich
ein breites Sozialprogramm mit verbesserten Krankenleistungen, Erhöhung
des Arbeitslosengeldes usw., was ich mit Hilfe der USA und der armenisch-
amerikanischen Diaspora finanziere. Der Europarat fordert Neuwahlen
noch vor Ablauf der Zwei-Jahresfrist, wovon ich gar nicht begeistert
bin.
8.Runde: Unter der
Leitung der Türkei und der USA gründen diese sowie Georgien,
Aserbaidschan und Armenien den Transkaukasischen Stabilitätspakt(TraSta).
Da die Opposition und das Volk mich weiter unter Druck setzen, um
endlich Neuwahlen abzuhalten, gebe ich eine Notstandsverordnung heraus,
die das Parlament aller Rechte enthebt und beraume in Runde 10 Neuwahlen
an.
Der TraSta verurteilt geschlossen die russische Unterstützung
subversiver (Al Quaida) Gruppen.
9. Runde:
Aus Furcht vor einer Wahlniederlage in Runde 10 importiere ich das
Lochkartenzahlsystem der USA, das für Bush so gut funktionierte.
Meine Umfragewerte bezüglich der Wiederwahl sind schlimm. Die
Russen unterstützen meine Opposition, wie ich von den Göttern
erfahre.
Heidi überredet mich einen von Russland in den UN-Sicherheitsrat
eingebrachten Vorschlag anzunehmen, der die Entsendung von 1500 UN-Truppen
nach Armenien empfiehlt, um das dort entstandene Vakuum nach dem Abzug
der russischen Truppen auszufüllen und eine Destabilisierung
zu vermeiden.
Weiterhin verurteilet der TraSta geschlossen die Unterstützung
Russlands für die armenische Opposition und den Einfall abchasischer
Truppen nach Georgien.
Trotz Wahlkampfduell und Sozialprogramm stehen meine Widerwahlchancen
schlecht. Mein türkischer Kollege Gül und ich versuchen
die Opposition zu diskreditieren, indem wir ihr ein Briefbombenattentat
auf mich unterschieben (wollen). Die Götter lehnen dies als unrealistisch
ab.
10.Runde: Ich heuere
den Waldbruder an, um ihn zur Bedrohung des OSZE- Beobachters zu überreden,
auf dass dieser der erneut von mir manipulierten Wahl einen demokratischen
Verlauf attestiert. Der Walbruder verlangt horrende Summen Bestechungsgelder
und die Götter lehnen schließlich ab.
BK schließt mit den USA eine separate Militär-und Wirtschaftskooperation,
für den Fall, dass es mich bald nicht mehr geben wird und da
meine Opposition einen so russenfreundlichen Kurs fährt. Gleichzeitig
bekräftigt Alijew öffentlich, dass er mich als Verhandlungspartner
für die Lösung der BK-Frage gegenüber meiner Opposition
bevorzugt. Als faktische Unterstützung dessen, öffnen wir
schrittweise die Grenzen für den eingeschränkten Güter-und
Personenverkehr zwischen unseren Ländern.
Als die Wahl endlich kommt, helfen weder Sympathiebekenntnisse,
noch US-Wahlsysteme noch Sozialprogramme. Meine Opposition gewinnt
und ich darf mich aus dem Spiel verabschieden. Es war ein langes Wochenende.
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