projektkrise 2004geschichte

Luis Hernando Gomez Bustamante

"Die Macht der Drogen"

« C’est magnifique, mais ce n’est pas la guerre!“
General Bosquet zu einem ganz anderen Zeitpunkt und zu einem ganz anderen Thema


Langsam erhob sich die Sonne über die smaragdgrünen Gipfel der Westkordillere. Ein neuer Morgen brach herein und ließ die Berge in den unterschiedlichsten Grüntönen erstrahlen. Luis Hernando Gomez Bustamante genoß diesen Moment des Tages. Er war früh dran an diesem lauen Freitag Morgen im Mai. Er saß auf der riesigen Terrasse seiner Hacienda, schaute auf das Meer und saugte den Anblick, den Geruch des feuchten Grases und des Taus auf seinen aus Holland importierten Zierblumen in sich auf.
Es roch nach Veränderung, eine knisternde Spannung lag in der Luft. Wie sie sich entladen würde wusste keiner, nur dass sie da war, spürte jeder. Es war einer dieser Momente eines Landes, da alles Bisherige bloß ein Vorspiel gewesen war. Bustamante wusste das. Er war bereit für Veränderungen, er war bereit, die Geschicke seines Landes mitzubestimmen.

Gefährten

Don Diego, sein einstiger Gegenspieler im Kartell hatte sich zu einem Frühstück angekündigt. Maria, Bustamantes treue, zuverlässige und überaus hübsche Haushälterin geleitete ihn auf die Terrasse. Lange hatten sich die beiden nicht gesehen, man beschloss, den Streit beizulegen und zu kooperieren. Das folgende Jahr würde zu viele Spannungen bringen, als das das Kartell einen Führungsstreit verkraften könnte. Man wollte Verbündete finden, Uribe endlich zu stürzen, die Gelegenheit schien günstig und auch der Oppositionsführer Sanchez war ein viel versprechender Kandidat, der sicher helfen könnte, den Druck auf das Kartell zu vermindern, um gleichzeitig die Exportgeschäfte weiter anzukurbeln.

Ein paar Tage später trafen sich Don Diego und Bustamante mit der AUC, es galt, weitere Verbündete zu finden, um endlich Veränderungen herbeizuführen. Eine Kooperation mit den Paramilitärs war perfekt.
Die ELN ließ sich ebenfalls überzeugen, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen. Von Venezuela besorgte das Kartell sowohl den Rebellen, als auch der AUC Luftabwehr-Raketen, da die Sprühflugzeuge von DynCorps schon seit längerer Zeit einen Großteil der Kokaernte zunichte machten, ein nicht hinnehmbarer finanzieller Verlust. Ja, sogar die Kirche ließ sich bewegen, den Drogenhandel zu unterstützen. Ortiz versprach, seinen Mönchen und Pilgern etwas Dope unter die Kutten zu stecken, sobald sie das Land verließen. Ein wundervolles Geschäft mit göttlichem Segen!
Einen Monat später trafen die Stingers aus Venezuela ein. Gleichzeitig versuchte Bustamante erstmals Kontakt mit Herrn Cofoni herzustellen, nicht ohne Erfolg, wie sich zeigte: Man einigte sich, DynCorp für dessen neuartige Flugzeugerfindung eine geeignete Sprühfläche zur Verfügung zu stellen, zu Demonstrationszwecken der neuen Technik. Gleichzeitig versprach Cofoni, seine Flieger des öfteren mal im Hangar zu behalten. Was er aber nicht wusste: Bustamante, der schlaue Fuchs, wählte als Schausprühfläche ein von der UNEP deklariertes Naturschutzgebiet im Hochland Kolumbiens aus – der Skandal war perfekt, Klaus Töpfer würde im Viereck springen.
Als Cofoni einige Monate später seinen Flieger starten ließ, geschah eine ökologische Katastrophe, selbst einige Dorfbewohner, darunter Frauen und Kinder fanden den qualvollen Tod durch die versprühten Herbizide.


Uribe muß weg

Längst wurde es aber auch Zeit, Uribe seines Thrones zu entheben. Ein Skandal musste her: Schon seit längerem war klar, dass Uribe eng mit den habgierigen Öl-Haien von Occidental Oil zusammenarbeitete. Die Arbeitsmethoden von Occidental waren landesweit in Verruf geraten, ein Generalstreik drohte. Eines Tages bekam Bustamante einen Anruf eines führenden Mitarbeiters von Occidental: Er hatte Beweise dafür, dass Occidental Millionenbeträge an Uribe überwies, um Streiks niederzuschlagen und nach Belieben Personal zu entlassen. Bustamante, dem soziales Handeln als oberstes Ziel gilt, handelte. Der Mitarbeiter und seine Sekretärin sagten verdeckt vor der Kamera aus.
Zugleich war ein neuer Verbündeter gefunden, Rodriguez, der Gewerkschaftsführer. Man beschloss, den bevorstehenden Generalstreik eskalieren zu lassen, die Streikenden sollten den von DynCorp gestellten Werksschutz beschießen, beschimpfen und bespucken – leider ließ sich dieser jedoch nicht zu einer Provokation hinreißen. Es hätte der Anfang einer Revolution werden sollen. Der Anfang vom Ende Uribes.

The Mexican

Nicht ganz uninteressant schien Bustamante Mexikos Präsident Fox zu sein. Eine geheime Telefonkonferenz wurde arrangiert. Während Fox sich bereit erklärte, die Grenzen für „Kuriere“ des Kartells zu öffnen und die Spürhunde zurückzuhalten, wollte das Kartell dafür sorgen, die Spannungen zwischen den Rebellengruppen weiter aufrecht zu erhalten. So suchte Bustamante wieder seine treuen Freunde von der AUC auf, um ihnen Unterstützung im Kampf gegen die Farc zu verschaffen, besonders leichte und schwere Infanteriewaffen sollte er an sie liefern. Zugleich beschloss man, herauszufinden, wo sich Uribes Kinder, seine Eltern, seine Frau und seine Verwandten aufhielten. Man wollte die gute kolumbianische Tradition der Entführung aufrecht erhalten.

Von so viel Terror und Gewalt ganz müde, beschlossen Don Diego und Bustamante, sich ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen - den Menschen zu helfen. Sie bauten in ihrem Heimatort ein Kinderkrankenhaus, eine Schule und einen Kindergarten. Wenigstens hier sollte niemand auf der Straße sitzen und Klebstoff schnüffeln, nicht in seinem Heimatort, dachte Bustamante, der sich sicher war, dass es nur Uribes Schuld war, dass überhaupt so viele Kinder keine Perspektive in diesem Land hatten. Aber wie geht ein altes kolumbianisches Sprichwort: Gott hat dieses Land mit solcher Schönheit ausgestattet, dass es dem Rest der Welt gegenüber ungerecht war; zum Ausgleich bevölkerte er es mit der übelsten Sorte Menschen. Uribe war einer von ihnen, da war Bustamante sich ganz sicher.

Im Sumpf der Gewalt

Neue Pläne zur Absetzung des Präsidenten wurden geschmiedet. Die Kolumbianer sahen die Gewalt, sie empfanden sie aber auch gleichzeitig als eine gemeinsame Erfahrung, ein gemeinsames Leid, das zu erdulden zu einer traurigen Quelle nationalen Stolzes geworden war. Es gab dem Leben in Kolumbien eine reichere Färbung, erhöhte die Freude und vertiefte den Schmerz, ähnlich wie die roten und purpurnen Blüten der Bougainvilleen und der silbrige Flaum der Espeletia sich leuchtend von der feuchtgrünen Flanke eines Berges abhoben. Bustamante gefiel diese Bild, er wollte handeln.
Inzwischen hatten sich zwei Gegenströmungen gegen Uribe entwickelt: Sanchez als Einzelkämpfer auf der einen, eine Koalition des Bürgermeisters von Bogota, den Gewerkschaften, der ELN, der Farc und der Kirche auf der anderen. Das Kartell wollte zweigleisig fahren, wenngleich es Sanchez favorisierte und von nun an mit großzügigen Geldgeschenken für seinen Wahlkampf überhäufte.
Für Bustamante sollte die enge Verbindung zu Sanchez jedoch zur Folge haben, dass die CIA auf ihn aufmerksam wurde. Als er und Sanchez sich eines Tages in einem abgelegenen Restaurant in Bogota trafen, um die weiteren Pläne für die Gründung von Sanchez’ neuer Ölfirma zu reden, stürmten plötzlich Sondereinsatzkräfte das Lokal. Wie durch ein Wunder gelang Bustamante die Flucht, dabei wurde er jedoch durch einen Querschläger am Bein verletzt. Doch Gott ist mit den Gerechten, das wusste Bustamante seit seiner Geburt und floh nach Mexiko.
Kaum in Mexiko angekommen, meldeten sich Cofoni und Laurance; sie wollten einen staatlichen TV-Sender kaufen und brauchten dazu seine Unterstützung. Über eine Bank des Kartells wurde der Sender gekauft. Bustamante wusste, wozu das Fernsehen noch dienen konnte. Er sicherte Sanchez Medienpräsenz zu und sorgte dafür, Sanchez’ angeschlagenes Image zu rehabilitieren.
Einige Tage später kam auch Rodriguez mit einer Bitte: Natürlich war es kein Problem für Bustamante, zahlreiche minderjährige Prostituierte, eine Fernsehkamera und jede Menge Stoff für eine wilde Feier Uribes zu besorgen. Und so geschah es, dass Uribe das Opfer einer immendorfschen Orgie wurde. Bustamante verspürte Befriedigung.

Die Lage verschärft sich

Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich wirklich etwas änderte. Inzwischen sah auch das Kartell, dass sich in Regierungskreisen eine Veränderung auftat. Wollte Bustamante mit seinem Freund Don Diego noch einen Keil zwischen die Regierungs-Troika schlagen, ergab sich alles von alleine. Der bevorstehende Putsch fand so aber auch durch tatkräftige Unterstützung seitens des Kartells statt. Bustamante verfluchte seinen Aufenthalt im Exil, wie gerne wäre er jetzt in Kolumbien dabei!
Der Putsch gelang, die Zeiten sollten sich wieder bessern. Bustamante hörte von einträglichen Geschäften mit arabischen Jagdfalken, er stieg erfolgreich mit ein. Durch die Verhandlungen mit Mexiko erhöhte sich der Drogenexport, DynCorp war durch die Besprühung des Naturschutzgebietes diskreditiert, und selbst die CIA ließ sich um den Finger wickeln – Informationen gegen Amnestie war der Deal.

Grund genug, eine riesen Sause zu feiern. Drei Tage und drei Nächte sollte gefeiert werden.

Nicht nur Freude mit der Presse

Doch weiterhin galt es, Uribe, der die Putschisten nach einem Monat zur Aufgabe bringen konnte, bzw. durch die Nachgiebigkeit des Revolutionskommandos „El Nino“, seines Amtes zu entheben und zusammen mit seinen amerikanischen Verbündeten aus dem Land zu jagen.
Über Rodriguez wurden von Cofoni US-Waffen gekauft und an die ELN weitergegeben. Der Plan sah vor, dass Einheiten der ELN ein Bergdorf stürmten und dabei – als US-Soldaten verkleidet - ein grässliches Massaker anrichteten. Zufällig sollte man vor Ort einige tote Angehörige der US-Spezialeinheit finden und natürlich viele amerikanische Waffen. Zwar verlief alles nach Plan, nur die Pressezensur verhinderte, dass die Öffentlichkeit Zeuge dieses schrecklichen Massakers wurde. Bustamante merkte wieder, wie krank dieses Land war, er wollte es genesen und von der Geissel Uribe befreien.
So half er, Cofonis Medienmacht weiter auszubauen, um auch wieder Sanchez ins Rampenlicht setzen zu können.

Freunde, Enttäuschungen und Illoyalität

Doch bei allen Umsturzplänen merkte Bustamante, dass sich im Verhältnis zu Don Diego etwas veränderte. Sie waren inzwischen gute Partner geworden, aber „Donny“ wie Bustamante ihn voller Achtung und freundschaftlicher Verbundenheit nannte, war nicht mehr der Alte. Stimmte es, dass er nun enger mit der CIA im Gespräch war? Konnte er ihm noch trauen? Bustamante war besorgt. So organisierte er sich vorsichtshalber einen Fluchtort in Nicaragua, eine nette kleine Hacienda am Fuße eines Berges. Nicht so schön wie in Kolumbien, aber es sollte ja nichts für die Ewigkeit sein.
Bustamante täuschte sich nicht: Don Diego hatte ihn verraten. Noch ehe er seine Flucht beginnen konnte, griffen die Behörden zu. Im Gefängnis traf Bustamante einen alten Bekannten – Rodriguez, der saß wegen des Deals mit den US-Waffen ein.
Doch einen Drogenbaron sperrt man nicht so einfach ein! Bustamante wurde durch seine Leute und durch die Unterstützung der AUC befreit, das Blut floss in Strömen, wie die rötlichen Schlammfluten, die zur Regenzeit von den Bergen herabflossen.
Bustamante sann auf Rache. Ein Gespräch mit Cofoni, der inzwischen neuer US-Botschafter in Bogota war, half. Bustamante war bereit, den Amerikanern Don Diego ans Messer zu liefern. Dabei merkte Bustamante auch, dass Cofoni ein geborener Geschäftsmann war, der seine Liebe zum Geld teilte. Bustamante schlug ihm vor, dass Flieger von AirScan Drogenpakete über die Landesgrenzen fliegen könnten. Diese Flieger wurden von den USA nicht kontrolliert, ein Vorteil sondergleichen. Cofoni stimmte zu, der Deal war perfekt. Den Gewinn wollte man sich teilen. Zudem genoss Bustamante, wie abhängig Cofoni von ihm wurde, er konnte ihn jederzeit auffliegen lassen, wenn er nur wollte.
Und auch das Verhältnis zu Generalissimo Ospina wurde enger. Durch den Putsch immer weiter verfolgt, gejagd, gedemütigt, suchte er Unterschlupf auf Bustamantes Anwesen im Westen des Landes. Es erfüllte Bustamante ein wenig mit Stolz, dass er den General als seinen „Gast“ begrüßen durfte, er war gerührt.

Viva Sanchez!?

Das Kartell unterstütze nun immer fleißiger Sanchez, er schien ein guter und vielversprechender Kandidat zu sein. Allerdings gefiel es Bustamante nicht, dass Sanchez sich auch zunehmend an die Fersen der USA heftete. Aber wer war noch ein geeigneter Kandidat? Ortiz? Nein, er wollte mit Drogengeschäften plötzlich nichts mehr zu tun haben. Garzon? Er erst recht nicht. Ein paar ernste Worte mit Sanchez erledigten das. Er versprach, die Amerikaner aus dem Land zu befördern, sobald er die Macht dazu hatte. Das war doch schon mal etwas. Zudem räumte er Don Diego und Bustmante Amnestie ein.

Denunziere Deinen Nächsten!

Das Verhältnis zu Don Diego besserte sich zusehends. Gegen eine entsprechende Entschädigung sah Bustamante über diesen Fehltritt hinweg. Er wusste, dass Menschen Fehler machen können, die ihnen später Leid tun würden. Er wollte kein Tyrann sein und ärgerte sich auch schon über sich selbst, Donny verpfiffen zu haben. Zum Glück hatte Cofoni gar kein Interesse an ihm.
Zwischenzeitlich tat sich aber an einer Front etwas, die Bustamante bislang stark vernachlässigt hatte. Ein Personalstreit in den Reihen der USA. Botschafter Wood, von Außenminister Powell aus dem Amt gedrängt und durch den windigen Cofoni ersetzt, war mit der Gesamtsituation unzufrieden. Er suchte Bustamante zu einem geheimen Gespräch auf. Dass er seinen Kummer mit Bustamantes „Naturheilmitteln“ bekämpfen wollte, kam durchaus überraschend, viel wichtiger war jedoch, dass Wood die Zusammenarbeit mit dem Kartell suchte, um Powell eins auszuwischen. Schließlich holte man noch General Ospina mit ins Boot, um einen geeigneten Plan auszuhecken. Selbst Bustamante war etwas ratlos, er ließ Wood und Ospina mit der Angelegenheit lieber alleine, schließlich fing es nun an, wirklich spannend zu werden. Bustamante hatte sich um Wichtigeres zu kümmern.

Die Entscheidung steht bevor

Langsam aber sicher rückten die Wahlen näher. Sanchez’ Kandidatur schien erfolgreich zu verlaufen. Dennoch, Bustamante war kein Freund, unliebsamer Überraschungen, deshalb sorgte er vor. Schon zwei Monate vor dem Wahltag, ließ er Martinez, einen seiner besten Männer, sich auf ein Attentat vorbereiten. Es war bekannt, dass die kolumbianischen Präsidenten die Rede zur Feier ihres Wahlsieges auf dem Marktplatz in Bogota hielten. Martinez sollte sich in einem der gegenüberliegenden Gebäude postieren und dem neuen Präsidenten eine Kugel in den Kopf jagen; allen, nur Sanchez nicht!
Doch das war gar nicht nötig. Sanchez siegte, er siegte haushoch. War Kolumbien damit gerettet? Von Uribe, dem reudigen Hund befreit? Es schien so. Bustamante war glücklich, das Kartell hatte einen Sieg davon getragen.

Die Zeit danach

Während Don Diego zunehmend mit sozialen Projekten seine Karthasis betrieb, nutzte Bustamante die neuen Verhältnisse im Land zu seinen Gunsten. Er ließ seine Memoiren schreiben, die Sie, lieber geneigter Leser, hier auszugsweise vor sich haben. Sie wurden in den USA und Europa ein Besteller. Das Forbes-Magazin schätzte ihn als einen der zehn reichsten Männer der Welt ein, das Times-Magazin kürte ihn sogar zum „Man of the Year“. Doch Bustamante wollte auch Gutes tun: Er gründete das Institut für kolumbianische Studien an der FU Berlin, deren Leiter er wurde, nachdem er dort zum Ehrendoktor ernannt wurde. Sogar der Bundestag holte ihn für mehrere Anhörungen als Experten in die Enquete-Kommission „Nachhaltige Drogenpolitik bei Jugendlichen“.

Bustamante lebt heute mit Frau und Kindern in einer Villa an der Côte d’Azur.
In manchen stillen Nächten denkt er noch gerne an die Zeit in Kolumbien zurück. Dabei glaubt er, dass er nicht alles richtig gemacht hat. Er hatte seine Macht unterschätzt, das bedrückt ihn heute. Sein Geld, seine Beziehungen, seine Waffen – das alles hätte man viel mehr nutzen können, um sich Uribe zu entledigen. Er ärgert sich, dass er kaum mit der Farc verhandelt hat, aber irgendwie war es schwer, auf einen gemeinsamen Nenner mit ihnen zu kommen. Letztlich hätte er auch viel mehr Geld unter die Leute bringen können, insbesondere unter die Regierungsmitglieder, aber die Zeiten für Korruption, sie standen schlecht, und immer mehr Beamte zeigten sich immun gegen sie.
So bleibt Bustamante die Erinnerung. Die Erinnerung an ein aufregendes Jahr, ein Jahr, das Kolumbiens Politik und Gesellschaft umkrempelte, für frischen Wind sorgte und das Leid der Ärmsten der Gesellschaft lindern wird.
Voller Zuversicht und Freude schaut er heute auf sein Land und weiß, Sanchez wird es richten - auch im Sinne des Kartells.

Wenn Bustamante besonders gut gelaunt ist, dann erinnert er sich an ein altes Lied aus seiner Jugendzeit und zieht trällernd durch die Straßen von St. Tropez. Eric Clapton war es, der damals die legendären Zeilen gesungen hat:

If you wanna hang out you’ve got to take her out; cocaine.
If you wanna get down, down on the ground; cocaine.
She don’t lie, she don’t lie; cocaine.

If you got bad news, you wanna kick them blues; cocaine.
When your day is done and you wanna run; cocaine.
She don’t lie, she don’t lie; cocaine.

If your thing is gone and you wanna ride on; cocaine.
Don’t forget this fact, you can’t get it back; cocaine.
She don’t lie, she don’t lie; cocaine.

She don’t lie, she don’t lie; cocaine.


Andreas von Münchow, a.k.a Luis Hernando Gomez Bustamante, teilhabender Gesellschafter des Valle del Norte Kartells