projektkrise 2004geschichte

Paul M. Cofoni

Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe / Funktion:

Präsident des „Federal Sector“ bei „Computer Sciences Corporation“ (CSC), einer Technologie-Outsourcing-Firma, die im März 2003 DynCorp übernommen hat. Der „CSC Federal Sector“ arbeitet für verschiedene US-Regierungsstellen weltweit und konnte mit DynCorp sein Leistungsspektrum deutlich erweitern. DynCorp bietet umfangreiche Dienste rund um Logistik, Sicherheit und Luftfahrt an und konnte sich zum Branchenführer der Sicherheitsdienstleister entwickeln. DynCorp-Angestellte sind in zahlreichen Ländern tätig. In Kolumbien besprühen Piloten von DynCorp illegale Coca- und Mohnplantagen mit dem Pestizid RoundUp. Diese Einsätze im Kampf gegen den Drogenanbau werden von der US-Regierung im Rahmen des Plan Colombia finanziert. Dabei arbeiten 139 US-amerikanische Mitarbeiter mit knapp 200 Kolumbianern zusammen.

Biographisches:

1970 Abschluss des Mathematik-Studiums an der Universität Rhode Island
1970-74 Offizier in der US-Army
1974-1991 Karriere beim Rüstungsunternehmen General Dynamics im Computerbereich (zuletzt Vizepräsident der IT-Services east coast)
seit 1991 bei Computer Sciences Corporation (CSC)

Interessen & Positionen bzgl. des Konflikts:

Offizielles Ziel des Engagements in Kolumbien ist die Bekämpfung der Coca- und Opiumproduktion. Dabei kommt es aber immer wieder zu Zusammenstößen mit der FARC. Cofonis Interesse ist es, die Pestizid-Besprühungen möglichst lange fortzusetzen und stärker in von der Guerilla kontrollierte Gebiete einzudringen.

Handlungsspielraum / mögliche Strategien:

Es scheint wichtig, Lobbyarbeit für die Pestizid-Besprühungen zu betreiben. Denn es gibt einige Akteure, die deren ökologische und gesundheitliche Folgen beklagen. Dass es Folgeschäden gibt, ist nicht zu bezweifeln. Allerdings sollte klar gemacht werden, was die Folgen wären, wenn man die Coca- und Opiumbekämpfung abbrechen würde. Dann würde die Drogenproduktion zunehmen, die Anbauflächen sich weiter ausdehnen und dadurch stärkere ökologische Schäden (Monokultur) hervorrufen als es die Pestizide tun. Gesundheitliche Schäden der Bevölkerung treten nur bei Fehlbesprühungen auf. Um die zu vermeiden ist der verstärkte Einsatz moderner Aufklärungstechnologie zu fördern.
So lange es noch kein besseres Mittel im Kampf gegen den Drogenanbau gibt, muss die Pestizid-Besprühung fortgesetzt werden.
Cofoni will das Engagement seiner Firma in Kolumbien weiter ausdehnen und wirbt deshalb für den Ausbau der Computer- und Kommunikationstechnologie bei Militär und staatlichen Behörden.

Ressourcen:

Die DynCorp-Mitarbeiter in Kolumbien sind zum Großteil ehemalige Militärs. Bewaffnete Kräfte schützen die Einsätze der Piloten und verteidigen sich gegen Angriffe der Guerilla.
CSC/DynCorp ist ein finanzkräftiger Konzern, so dass Cofoni einige Mittel hat, seine Interessen durchzusetzen.

Verbündete Akteure:

US-Regierung (besonders DEA und CIA)
Kolumbianische Regierung und kolumbianisches Militär

Gegnerische Akteure:

Guerilla (FARC, ELN)

Relevante Foren:


Quellen:

Sheila Mysorekar: Krieger gegen Bezahlung, die Rolle von Privatarmeen in Kriegen und Bürgerkriegen, Deutschlandfunk, 28.5.2004.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/271085 (1.6.2004)
Dieter Drüssel: DynCorp – globalisierte technologische Gewalt.
http://www.materialien.org/worldwide/americas/Dyncorp.html (1.6.2004)
„DynCorp International LLC, a CSC company“
http://www.csc.com/industries/government/mds/mds81/265.shtml (2.6.2004)
„Management Biographies“
http://www.csc.com/investorrelations/biographies/cofoni.shtml (2.6.2004)