projektkrise 2004geschichte

Luis Eduardo Garzón alias “Lucho”

Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe / Funktion:

Bürgermeister von Bogotà
Vorsitzender des Unabhängigen Demokratischen Poles, eines Zusammenschlusses verschiedener parlamentarischer linker Parteien

Biographisches:

Ich, Luis Eduardo Garzòn, auch gern „Lucho“ genannt, bin am 15. Februar 1951 in Bogotà als Sohn einer Putzfrau geboren. Ich habe in der Erdölindustrie gearbeitet und 1975 den Vorsitz der Erdölgewerkschaft USO übernommen. 1996 haben mich die ArbeiterInnen dann überzeugt, den Vorsitz im Gewerkschaftsdachverband CUT zu übernehmen. Es war für mich seit meiner Kindheit selbstverständlich, gegen die Ungerechtigkeiten in meinem Land zu kämpfen. Der Reichtum unseres Landes, den wir alle gemeinsam erwirtschaften, wird von einer kleinen Schicht für sich vereinnahmt, ich aber bin der Auffassung, dass jeder seinen gerechten Anteil am gemeinsamen Reichtum haben sollte. Leider gibt es einige, die hier anderer Auffassung sind. So wurde ich seit dem Beginn meiner gewerkschaftlichen Aktivitäten von einem Teil des Establishment bekämpft, sie haben mich neun Mal ins Gefängnis verschleppt und so geriet ich schließlich auch auf die Liste der Todesschwadronen der Rechten und musste 1998 für vier Jahre ins Exil in die Schweiz fliehen. 2002 bin ich dann zurückgekehrt um in einer sehr schwierigen Zeit im Amt des Präsidenten für eine bessere Zukunft Kolumbiens zu arbeiten. Leider hat der Populismus der Rechten die Bevölkerung getäuscht und ein Kriegstreiber konnte die Macht erlangen. Doch es war keine Wahlniederlage, sondern die große Unterstützung, die ich durch die Bevölkerung erfahren habe, war ein Signal an das alte Parteiensystem, dass Politik in Kolumbien nicht länger mehr nur ein Recht der Upperclass und ihrer alten Parteien ist. So gingen bei den Bürgermeisterwahlen in der Hauptstadt Bogotà am 26. Oktober 2003 46% der Menschen zur Wahl, so viel wie nie zuvor. Die Menschen haben mir die Aufgabe zugedacht, das Los der Armen zu verbessern und so kämpfen wir nun alle gemeinsam für eine bessere Zukunft. Dazu haben sich mehrere Bewegungen im Pol der Unabhängigkeit und Demokratie zusammengeschlossen. Dem Ziel eines friedlichen und eines gerechten Kolumbiens gilt unsere Arbeit.

Interessen & Positionen bzgl. des Konflikts:

Das Interesse der neuen sozialen Bewegung, in der ich mitarbeite, ist ein friedliches und gerechtes Kolumbien. Um diesem Ziel näher zu kommen ist ein Ende der Kampfhandlungen unabdingbar. Deshalb ist ein garantierter Waffenstillstand dringend zu erreichen. Dann kann auch über einen Frieden verhandelt werden. Dieser aber kann nur erfolgreich sein, wenn wir unser Land von Grund auf modernisieren, Solidarität zum Grundsatz unseres Landes erklären und alle Menschen gemeinsam an einer besseren Zukunft Kolumbiens arbeiten.

Handlungsspielraum / mögliche Strategien:

Ressourcen:

Durch meine Arbeit als ehemaliger Gewerkschafter habe ich natürlich gute Kontakte zu diesem Netzwerk und kann so die gesamte Bevölkerung direkt erreichen. Meine Kontakte zu ausländischen Verbündeten gibt mir natürlich auch die Möglichkeit, international für einen wirklichen Frieden in Kolumbien zu werben. Ich habe kaum klassische Macht, allerdings ist die Hauptstadt zentraler Punkt für alle Konfliktparteien.

Verbündete Akteure:

Gewerkschaft, Brasilien, Venezuela, UNO, NGO, ev. EU, Kirche

Gegnerische Akteure:

AUC, Konservative und Liberale

Relevante Foren:

Bogotà, Gewerkschaft, parlamentarische Linke, Presse.