| James LeMoyne
Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe /
Funktion:
Als UN-Sonderbeauftragte sorgt LeMoyne für die weitere Kommunikation
zwischen den Verhandlungspartnern und versucht zeitgleich humanitäre,
soziale und wirtschaftliche Entwicklungen zu fördern. Auch wenn
der Friedensprozess unterbrochen ist, soll die Konfliktlösung
vorangetrieben werden. Außerdem ist es seine Aufgabe zu beobachten,
inwiefern sich die Situation im Land und in den Nachbarländern
verändert bzw. ob noch Hilfsmaßnahmen eingesetzt werden
müssen, um zum Beispiel eine bessere Situation der Sozialschwachen
zu schaffen, in dem unter anderem ein Umdenken innerhalb der Bevölkerung
stattfinden muss. So sieht James LeMoyn auch eine seiner Aufgaben
darin, die oberen Klassen dazu zu kriegen, nicht nur an ihren Profit
zu denken, sonder zum Beispiel jungen Kolumbianern eine bessere Perspektive
zu ermöglichen, in Land nicht mehr nur in ihrer Hand bleibt.
Auch sieht er eine Aufgabe darin, nicht noch mehr Zivilisten in die
gewalttätigen Auseinandersetzungen mit einzubeziehen, wie es
sowohl Regierung wie auch FARC immer wieder versuchen. Wichtigste
Aufgabe ist allerdings: eine friedliche Lösung und den „Krieg“
zu beenden.
Biographisches:
James LeMoyn ist Amerikaner, geboren wurde er allerdings in Deutschland
und wuchs in Europa auf. Er hat an der Universität von Havard,
Oxford und an der London School of Economics studiert.
Der jetzige UN-Sondergesandte war Chefredakteur von 1983 bis 1990
Chefredakteur (Bureau Chief) des New Times-Korrespondentenbüros
in El Salvador. Zusätzlich publizierte er in der Foreign Affairs,
dem New York Times Magazin und der New Republic.1
LeMoyne hat die letzten 20 Jahre seine Fähigkeiten in die Erhaltung
des Friedens, der Friedensschaffung und in komplexe Konfliktlösungen
eingebracht. Unter anderem in Nicaragua, El Salvador, Haiti, dem ehemaligen
Jugoslawien, Nord-Irland, Guatemala und in Kolumbien.
Schon seit Dezember 1999 ist James MeMoyne in Komlubien, er arbeitete
an der Seite von dem Norweger Jan England, seinem Vorgänger als
UN-Sonderbeauftragten für Kolumbien. Im Januar 2002 übernahm
James LeMoyne das Amt von Jan England.
Interessen & Positionen bzgl. des Konflikts:
James LeMoyn sah 2003 die Rolle der FARC als eine der wichtigsten
Positionen in dem Konflikt an. Vor allem ging es ihm dabei darum,
dass die FARC zeigt, ob sie noch politische Führer hat, die sehr
wohl die Wichtigkeit eines Dialogs erkennen. Denn: Obwohl die Fronten
zwischen den Konfliktparteien so verhärtet sind, sieht er sehr
wohl eine Möglichkeit diesen zu beenden. Dabei steht auch seine
Erfahrung, so seine Aussage in einem Interview, im Vordergrund, dass
die Situation zwar nicht einfach, aber sehr wohl relativ normal für
eine solche Konfliktsituation ist.1 Immerhin hat er schon in sieben
weiteren sehr schweren Konflikten mit an einer friedlichen Lösung
gearbeitet. Außerdem sieht er auch ein Problem in einigen Handlungen
der FARC, die den Friedensprozess erschweren. Nicht nur, dass diese
Gefangene ermordet hat und die UNO damit ihre Bemühungen auf
ein Minimum einschränkte, um damit Konsequenzen aufzuzeigen,
auch das Misstrauen gegen die FARC und ihre Ziele bei den Kolumbianer
sorgt für Schwierigkeiten bei der Suche nach einer friedlichen
Lösung.
Die Rolle der Regierung greift er dabei kaum an. Vor allem, da er
den Schritt Uribes, die Vereinten Nationen zur Lösung des Konflikts
anzurufen, als besonders positiv herausstellt. Allerdings weist er
auch immer wieder daraufhin, dass sowohl FARC als auch die Regierung
sich ihrer Rolle bewusst sein müssen, damit eine Lösung
gefunden werden kann. Vor allem das gegenseitige Misstrauen sorgt
für eine sehr schwierige Situation. Beide Parteien müssen
offen sagen, was sie wollen – ob sie den Frieden wollen und
wenn ja, dann müssen sie sich auch dementsprechend verhalten.
Zum Beispiel dürfen dann keine Provokationen in Form von öffentlichen
Briefen mehr vorkommen. Nur wenn dieses Überwunden wird, gibt
es einen möglichen Friedensprozess in Kolumbien.
Die starke Persönlichkeit von Alvaro Uribe sieht James LeMoyne
zurzeit als Vorteil an. Denn, es habe sich gezeigt, dass viele Konflikte
starke Führungspersönlichkeiten gebraucht hätten.
Handlungsspielraum / mögliche Strategien:
Eine Möglichkeit überhaupt einen Friedensprozess voranzutreiben,
wäre es, wenn die FARC die Entführungen einstellen würden
und einem Waffenstillstand zustimmen würden. Damit könnte
das Vertrauen der Kolumbianer für sie und ihren Friedenswillen
erreicht werden und damit auch ein Abbau des Misstrauens der Regierung
gegenüber der FARC. Allerdings muss auch die Regierung zum Beispiel
einem Waffenstillstand zustimmen, sonst kommt es wieder zu keiner
Basis, um überhaupt Verhandlungen zu beginnen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Paramilitärs entwaffnet
werden. Dabei kommt es aber auch auf das „Wie“ an. James
LeMoyn meint, dass eine Entwaffnung seitens der Regierung nicht gleichbedeutend
sein kann mit einer Straflosigkeit und das die Demobilisierung tatsächlich
vollzogen wird. Nur so kann eine Neu-Entstehung paramilitärischer
Gruppierungen verhindert werden. Allerdings sieht James LeMoyn auch,
dass diese Aufgabe nicht einfach wird bzw. sogar erschwert wird durch
die mittlerweile durch Menschenrechtsorganisationen bestätigten
Beziehungen zwischen Paramilitärs und Armee.
James LeMoyn weist auch daraufhin, dass eine Straflosigkeit auch für
die FARC nicht in Frage kommt. Doch von Gefängnisstrafen spricht
er nicht. Vielmehr geht es darum, dass die Taten zu gegeben werden
und damit das Vertrauen der Bevölkerung in diese friedliche Lösung
gestärkt wird. Dabei zeigt er verschiedene Möglichkeiten,
zum Beispiel eine Wahrheitskommission ohne Sanktionen oder ohne Nahmen
wie in Guatemala und Chile, vor. Dabei sieht James LeMoyn selbst eine
Teil-Entwaffnung schon als einen kleinen Erfolg in den Verhandlungen
an, zu mal er zeitgleich eine massive und durchgreifende Verfolgung
der Paramilitärs durch die Regierung verlangt, die sich diesem
Weg verweigern. Er fordert außerdem grundlegende soziale, politische
und wirtschaftliche Reformen – denn, ohne diese kann es keinen
Neu-Anfang für Kolumbien geben.
Außerdem erscheint es wichtig, die Gewerkschaften zu stärken
und die Judikative für alle Kolumbianer gleich zu machen, da
dies die Gesellschaft stärken und Reformen ermöglichen würden.
Zusätzlich gilt es, die Bildung der Bevölkerung zu stärken.
Die kolumbianische Regierung, in der Zusammenarbeit mit ihre sollen
alle Flüchtlinge registriert werden, damit sie humanitäre
Hilfe erhalten können. Außerdem soll dadurch die Sicherheit
im Land erhöht werden.
Zusammen mit verschiedenen Partnerorganisationen werden rund 200
000 Binnenflüchtlinge betreut – z. Teil direkt durch 5
UNHCR Büros und zusätzlich durch Pastoral Social, Opción
Legal und Cedavida.
(UNHCR = Flüchtlingshochkommissariat der UN)
Es kommt darauf an, die Strukturen in Kolumbien zu ändern. Militärische
Ressourcen sollten dabei im Hintergrund bleiben. Vielmehr gilt es
wirtschaftlich Kolumbien durch Kontakte mit z. B. der EU zu stärken,
allerdings nur in Verbindung mit verschiedenen Abmachungen zu Gunsten
einer friedlichen Lösung des Konflikts seitens aller beteiligten
Parteien. So ist es auch ein wichtiger Faktor, die Landwirtschaft
zu stärken und damit den Anbau von Koka zu schwächen und
damit wiederum die Macht von Paramilitärs und FARC zu schwächen.
Durch diese Wege könnte es zu einem wirtschaftlichen Druck kommen,
der alle Beteiligten nötigt eine friedliche Lösung zu finden.
Dabei sollte allerdings nicht die Macht der oberen Klassen nicht gestärkt
werden, denn sonst kann das Ungleichgewicht in der Gesellschaft nicht
reformiert werden. Auch kann ein Austausch zwischen den Nachbarländern,
Kontakte mit großen Firmen für einen ähnlichen Effekt
sorgen.
Ressourcen:
Verbündete Akteure:
Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien, Spanien und
Schweiz und verschiedene lateinamerikanische Länder, die auf
diplomatischem Wege zusammen mit der UNO eine friedliche Lösung
für Kolumbien suchen und damit auch einen weiteren Wirtschaftsraum
schaffen wollen.
Der größte Teil der finanziellen Hilfe durch die EU wurde
bis jetzt zur Armutsbekämpfung, Wirtschaftsförderung und
sozialen Entwicklung genutzt.
Deutschland unterstützt zum Beispiel seit Jahren die humanitäre
Hilfe für Binnenflüchtlinge und engagiert sich auch in der
Drogenbekämpfung sowohl in Kolumbien wie auch in Deutschland,
unter anderem durch bilaterale Polizeiarbeit.
Nach meinen Recherchen sind plädieren sowohl die FARC als auch
die kolumbianische Regierung für eine Integration der Vereinten
Nationen in die Friedensverhandlungen.
Gegnerische Akteure:
Relevante Foren:
Welthandelsorganisation (WTO), Kinderhilfswerk (UNICEF), UNHCR, Regionalkommission
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