| François Lonseny Fall
Biographisches
Ich gehöre zu den Malinke und stamme aus Kankan im Osten des
Landes. Die Familie meines Vaters stammt aus dem Senegal. 1976 machte
ich meinen Abschluss in Rechtswissenschaft an der Universität
von Conakry und gehörte von 1977 bis 1979 zur Assistenzprofessor
an der Fakultät für Recht.
Danach schlug ich eine diplomatische Laufbahn ein und war in den
Jahren 1982 bis 1990 an den diplomatischen Vertretungen Guineas in
Paris, New York, Lagos und Kairo. 1996 wurde ich Direktor im Außenministerium
und seit dem Jahr 2000 Botschafter bei den Vereinten Nationen.
Seit dem 10. Juni 2002 war ich in der Regierung von Lamine Sidimé
Außenminister von Guinea. Während meiner Amtszeit vertrat
ich mein Land im Weltsicherheitsrat, dem Guinea 2002 und 2003 als
nichtständiges Mitglied angehörte, während der Debatten
im Vorfeld des Irak-Krieges. Im Monat des Kriegsbeginns im März
2003 war ich Präsident des Weltsicherheitsrates.
Nach dem Rücktritt Sidimés am 23.Februar 2004 wurde ich
vom seit 1984 amtierenden Präsidenten Lansane Conté zum
Nachfolger ernannt. Am 30. April 2004 ging sah ich mich allerdings
gezwungen mit seiner Familie ins Exil zu gehen. Nach meiner Meinung
behinderte mich der Präsidenten an der Sanierung der Wirtschaft.
Zudem fühlte ich mich persönlich bedroht. Mein Posten blieb
zunächst unbesetzt, erst am 10. Dezember 2004 wurde der bisherige
Minister für Landwirtschaft und Fischerei Cellou Dalein Diallo
zum neuen Regierungschef ernannt.
Der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan,
berief mich im März 2005 zu seinem Sondergesandten für Somalia.
In dieser Eigenschaft bin ich für das Political Office for Somalia
(UNPOS) in Nairobi zuständig.
Hintergrund / Funktion:
Berufl. Position: Sondergesandter des Generalsekretärs, Ban
Ki Moon, für Somalia. Leiter des Political Office for Somalia
(UNPOS) in Nairobi
Aufgabe: Ein Waffenstillstand zwischen allen bewaffneten Konfliktparteien,
mit dem Hauptziel durch Verhandlungen einen tragfähigen, stabilen
Frieden in Südsomalia zu erreichen./
Funktion: UN-Vermittler zwischen allen beteiligten somalischen Akteuren
und außerstaatlichen Akteuren, der als Sondergesandter des Generalssekretärs
der UN, über das weitverzweigteste Netzwerk an Informationen
und Einfluss sowohl zu allen NGOs in Somalia, den Sonderabteilungen
der UN für Somalia und die Verteilung an Hilfsgeldern und Entwicklungshilfeprogrammen
verfügt.
Ist außerdem als direkter politischer Sondergesandter des Generalsekretärs
das direkteste politische und diplomatische Sprachrohr zu dem Weltsicherheitsrat,
der mit seinem Einfluss durchaus entscheidend mit beeinflussen kann,
ob eine UN-Friedensmission oder sogar von der UN mandatierte Truppen
der internationalen Gemeinschaft zur Friedenserzwingung eingesetzt
werden.
Interessen & Positionen:
Hauptinteresse und Position des Sondergesandten, der UN sind die
Interessen der einzelnen Akteure auf staatlicher und nichtstaatlicher
Ebene zu analysieren, die Hauptmotivationen auf ökonomischer,
ideologischer, gesellschaftlicher und politischer Ebene zu entschlüsseln.
So dass ein kommunikativer, transparenter Raum geschaffen werden kann,
in dem alle entscheidenden Akteure in einen friedlichen Verhandlungsprozess
eintreten können. In dem sowohl unter der Übergangsregierung,
als auch unter anderen Warlords und moderaten Islamisten genügend
stabile Kompromisse festgeschrieben werden können, dass in einem
noch zu erarbeitenden Staatbildungsprozess staatliche Strukturen regional
und national institutionalisiert werden können, die einen stabiles
Fundament für weiter gehende staatssichernde Reformen erlauben.
Ebenfalls stärker in diesen Prozess eingegliedert werden soll,
die vor allen Dingen durch mehrgleisige Arbeit mit NGOs und anderen
Bürgerinitiativen zu fördernde Zivilgesellschaft.
Handlungsspielraum / mögliche Strategien:
Handlungsspielraum : Kommunikation, Netzwerkbildung zwischen allen
externen und internen Akteuren, Moderation, diplomatischen Verschlüsselung
Konfliktreicher Botschaften widerstreitender Akteure, internationaler
politischer Druck und damit einhergehend, die ökonomische Druckkulisse
Entwicklungshilfegelder, Essen, Medikamente, Bildung und die damit
verbundene logistische, administrative und technologische Kompetenz
zur Verfügung stellen zu können oder auch nicht und indirekt
militärische Intervention über Empfehlung an den Weltsicherheitsrat
und auch an direkte Nationen androhen zu können.
mögliche Strategien: Mögliche Strategien beinhalten vor
allem somalische Clanstrukturen und über NGOs und Bürger,
Bauern- und Clanvertreter auch Strukturen der Zivilgesellschaft in
neue somalische Demokratisierungskonzepte einfließen zu lassen
(durchaus mit einer möglichen Orientierung an Somaliland) und
so in langsamen Phasen transparenter, meinungsbildender Verhandlungsprozesse
mit den beteiligten Akteuren neben der Kriegsökonomie neue und
glaubhafte Alternativen ökonomischer Standbeine zu erarbeiten,
die sowohl den Milizen als auch den Milizenführern attraktive
Optionen in den stabilen, friedlichen Phasen der Konstituierung einer
neuen Staatsform bieten.
Diese Strategie beinhaltet auch die eindeutige Sanktionierung von
Akteuren die gegen friedens- und staatsaufbaufördernde und sichernde
Kriterien, die vorher natürlich von allen an den Verhandlungen
Beteiligen präzise festgesetzt werden müssten, durch Entzug
ökonomischer oder politischer Unterstützung auf internationaler
Ebene.
Ressourcen:
Ökonomische Ressourcen:
Im aktuellen Consolidated Appeal for Somalia 2007 wird für die
Unterstützung von den Sektoren Landwirtschaft, Koordinations-
und Unterstützungsdienstleistungen, Bildung, Ernährung ,
Gesundheit, Unterbringung, Schutz der Menschenrechte, Wasser und sanitärer
Systeme 265, 605, 621 US Dollar gefordert .
In 146 Projekten, und durch die Arbeit von 14 UN-Abteilungen, 21 INGOs,
neun lokalen LNGOs und zahlreichen anderen internationalen Organisationen
sind 42 % (111, 874 780 US Dollar) davon zur Verfügung gestellt
worden.
Auch die Informations-, Kommunikations-, Technologie-Infrastruktur
der UN und der mit ihr vernetzten Organisationen und Staaten bilden
ökonomische Ressourcen.
Politische Ressourcen (Lobbys, Kontakte, usw.):
Die Vertreter der TFG.
Die Somalia Kontakt Gruppe, die an dem bald stattfindenden National
Reconciliation Congress teilnehmen soll:
AU, die Arabische Liga, EU, Belgien, Italien, Norwegen, Schweden,
UK, Nordirland, USA und Yemen.
Auch in diesem Rahmen Kontakt zu moderaten Islamisten, die allerdings
nach Übereinstimmung mit Formular 4.5 nur als Clan- Vertreter
und nicht als Vertreter der Union der Islamisten auftreten sollen
dürfen.
Kontakte zu NGOs, Vertretern der Zivilgesellschaft und Clanältesten
in Südsomalia, sowie in Somali- und Puntland.
Kontakte zu politischen Vertretern von Somaliland und Puntland.
Kontakte vor allen Dingen auch zu Kenia als Hauptquartier der UNPOS,
zu Äthiopien, Uganda, Dschibuti, Ägypten, Südafrika
und anderen nationalen Akteuren.
Der Weltsicherheitsrat, dessen Entscheidungen stark von den speziellen
Beurteilungen und Empfehlungen des Generalsekretärs beeinflusst
werden können, der in Bezug auf Somalia wiederum von seinem Sondergesandten
beraten wird.
Militärische Ressourcen: Direkt keine. Indirekt siehe Weltsicherheitsrat
und die Empfehlung von Ban Ki Moon in seinem Bericht von 13. April
2007 „alternative Optionen zur Friedenserzwingung“ z.B.
durch „ eine von den UN mandatierte eine neue Koalition der
Willigen…“ einzusetzen, falls die Lage sich weiter verschlechtert
und so ein Einsatz von „UNO-Friedenstruppen“ nicht zu
empfehlen ist.
Verbündete Akteure:
Siehe Politische Ressourcen (Lobbys, Kontakte, usw.)
Gegnerische Akteure:
Die UN hat keine gegnerischen Akteure
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