Isaias
Afwerki
Biographisches
- geboren am 2. Februar 1946
- 1966 Abbruch eines Ingenieurstudiums in Addis Abeba und Eintritt
in die Eritreischen Befreiungsfront (ELF) für die Unabhängigkeit
Eritreas von Äthiopien
- militärische Ausbildung teilweise in China
- 1969 Oberbefehlshaber der Guerilla-Streitkräfte der ELF
- 1970 Abspaltung des christlichen Flügels (Eritrean People’s
Liberation Front: EPLF) von der ELF
- Beteiligung an der Ausarbeitung des politischen Programms der EPLF
zur Gründung eines unabhängigen, pluralistisch-demokratischen
eritreanischen Staates mit einer Mischung aus Plan- und Marktwirtschaft
- Anfang der 80er Jahre: nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen
Flucht der ELF in den Sudan
- Zusammenarbeit mit der äthiopischen Tigrayan Peoples' Liberation
Front im Kampf gegen das Mengistu-Regime
- 1987 Generalsekretär der EPLF
- 1991 Sturz des Mengistu-Regimes und Rückzug der äthiopischen
Truppen aus Eritrea
- 1993 Annahme des Referendums zur Unabhängigkeit Eritreas und
Vereidigung Afwerkis zum Staatspräsidenten
- Umwandlung der EPLF in die People's Front for Democracy and Justice
(PFDJ) als Regierungspartei mit Afwerki als Generalsekretär
Hintergrund / berufl. Position
/ Aufgabe / Funktion
- Staatspräsident der Republik Eritrea
- Generalsekretär der Regierungspartei PFDJ
Interessen & Positionen
Äthiopien
Der Nicht-Abzug der äthiopischen Truppen aus der Region um das
Dorf Badme stellt eine direkte Verletzung des Beschlusses der Eritrea-Ethiopia
Boundery Commission (EEBC) dar, welchem in Algier am 13.04.2002 beide
Staaten verbindlich zugestimmt haben. Das Abkommen sieht vor, dass
bei Verletzungen Sanktionen gemäß Artikel VII der UN Charta
greifen können. Die eritreische Regierung sieht deshalb eine
Beteiligung Eritreas an der Vermittlung durch den kanadischen UN-Sonderbeauftragten
Lloyd Axworthy für unnötig, da Eritrea das EEBC Abkommen
erfüllt. Die eritreische Regierung wundert sich sehr, wer Axworthy
(dessen Stellung in keinem von den Beteiligten unterzeichneten Abkommen
inklusive der UN erwähnt wird) die Autorität gegeben hat,
das bestehende Abkommen, und damit international geltendes Recht (!),
zu ändern oder anzuzweifeln, wie er es in Interviews bisher deutlich
gemacht hat. Dieses kann nicht zur Stabilisierung des Konfliktes beitragen
Die Anschuldigung gegenüber Eritrea, nicht an einer friedlichen
Lösung des Konflikts interessiert zu sein, wirkt ob der vollständigen
Erfüllung des EEBC-Abkommens von eritreischer Seite absurd.
Zur Aufnahme eines Dialoges ist die bedingungslose Erfüllung
des EEBC-Beschlusses seitens Äthiopiens erforderlich!
Auch die Stationierung von 48.000 äthiopischen Soldaten in den
Grenzregionen, die Eritrea bisher nicht erwidert hat, grenzt an eine
Kriegserklärung und lässt nicht auf ein baldiges Ende des
Konfliktes hoffen.
Eritrea ruft daher die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf
Äthiopien auszuüben, Waffen- und Hilfslieferungen in dieses
Land einzustellen, bis das EEBC-Abkommen erfüllt ist und Äthiopien
seine Provokationen gegenüber dem Staat Eritrea eingestellt hat!
Sudan
Eritrea unterstützt die sudanesische Bevölkerung bei ihrem
Wunsch nach Freiheit und Demokratie. Trotz der begrenzten Möglichkeiten
eines so kleinen Landes wie Eritrea, sind wir seit jeher bemüht,
die verschiedenen Akteure des Konfliktes an den Verhandlungstisch
zu bringen. So war die eritreische Regierung maßgeblich an der
Vorbereitung des Treffens zwischen Al-Bashir und El-Merghani (NDA)
in Kenia beteiligt. Wir begrüßen daher ausdrücklich
das Abkommen zwischen der NDA, SPLMA und der sudanesischen Regierung.
Nicht verstehen kann Eritrea die plötzlichen Vorbehalte der sudanesischen
Regierung, eritreische Beobachter in der AU Mission in Dafur zu akzeptieren,
gegen die sie vor kurzem noch keine Einwände hatten, und sowohl
die AU als auch alle anderen Konfliktparteien zugestimmt haben. Die
Anschuldigungen, Eritrea würde oppositionelle bewaffnete Gruppen
in Dafur und im Rest-Sudan unterstützen, ist völlig aus
Luft gegriffen. Im Gegenteil, ist doch das Karthoum-Regime zusammen
mit Äthiopien und Jemen seit langem daran interessiert, Eritrea
zu isolieren und bedient sich dazu der unwürdigsten Taktiken,
wie der blutige Anschlag auf das Hashferai Hotel nahe der sudanesischen-eritreischen
Grenzen, welches auch viel von UN-Personal genutzt wird, gezeigt hat.
Eritrea ist ebenfalls sehr besorgt, wegen der andauernden Übergriffe
sudanesischer Sicherheitskräfte auf die Zivilbevölkerung
im Ost-Sudan und die Behandlung der eritreischen Bevölkerung
im Sudan. Wir hoffen, dass mit der neuen Regierung die Situation entschärft
wird.
“Nevertheless, the government of Eritrea will continue its unreserved
efforts, as always, for the comprehensive solution of the Sudanese
problem, side by side with the people of the Sudan and its representative
political forces, so that the fraternal people of the Sudan will achieve
durable peace and stability.”
Ressourcen
- Migliedschaft in der UN Commission for Africa,
AU, COMESA, IGAD
- Militär (Stärke: 172.000, Reserve: 120.000; geplante Reduzierung
auf 80.000)
- Diverse Hilfslieferungen an Nahrungsmittel, etc. aus dem westlichen
Ausland/UN
- Hilfsgelderunterstützung aus Libyen, Saudi-Arabien, Qatar und
den Arabischen Emiraten
- 300.000 eritreische Flüchtlinge im Sudan
- diverse oppositionelle sudanesische Gruppen mit Sitz in Eritrea
- sudanesische Flüchtlinge in Eritrea
Verbündete Akteure
SLM/A
NDA
Beja Congress
Free Lions
AU
Libyen
Gegnerische Akteure
Äthiopien
Sudanesische Regierung
Alliance of Eritrean National Force (paramilitärische Gruppe
in Eritrea, deren Kampf gegen
Afwerki vom Sudan unterstützt wird; Stärke: 3000)
(Jemen) |