projektkrise 2004geschichte

Isaias Afwerki

 

Biographisches

- geboren am 2. Februar 1946
- 1966 Abbruch eines Ingenieurstudiums in Addis Abeba und Eintritt in die Eritreischen Befreiungsfront (ELF) für die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien
- militärische Ausbildung teilweise in China
- 1969 Oberbefehlshaber der Guerilla-Streitkräfte der ELF
- 1970 Abspaltung des christlichen Flügels (Eritrean People’s Liberation Front: EPLF) von der ELF
- Beteiligung an der Ausarbeitung des politischen Programms der EPLF zur Gründung eines unabhängigen, pluralistisch-demokratischen eritreanischen Staates mit einer Mischung aus Plan- und Marktwirtschaft
- Anfang der 80er Jahre: nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen Flucht der ELF in den Sudan
- Zusammenarbeit mit der äthiopischen Tigrayan Peoples' Liberation Front im Kampf gegen das Mengistu-Regime
- 1987 Generalsekretär der EPLF
- 1991 Sturz des Mengistu-Regimes und Rückzug der äthiopischen Truppen aus Eritrea
- 1993 Annahme des Referendums zur Unabhängigkeit Eritreas und Vereidigung Afwerkis zum Staatspräsidenten
- Umwandlung der EPLF in die People's Front for Democracy and Justice (PFDJ) als Regierungspartei mit Afwerki als Generalsekretär

Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe / Funktion

- Staatspräsident der Republik Eritrea
- Generalsekretär der Regierungspartei PFDJ

Interessen & Positionen

Äthiopien
Der Nicht-Abzug der äthiopischen Truppen aus der Region um das Dorf Badme stellt eine direkte Verletzung des Beschlusses der Eritrea-Ethiopia Boundery Commission (EEBC) dar, welchem in Algier am 13.04.2002 beide Staaten verbindlich zugestimmt haben. Das Abkommen sieht vor, dass bei Verletzungen Sanktionen gemäß Artikel VII der UN Charta greifen können. Die eritreische Regierung sieht deshalb eine Beteiligung Eritreas an der Vermittlung durch den kanadischen UN-Sonderbeauftragten Lloyd Axworthy für unnötig, da Eritrea das EEBC Abkommen erfüllt. Die eritreische Regierung wundert sich sehr, wer Axworthy (dessen Stellung in keinem von den Beteiligten unterzeichneten Abkommen inklusive der UN erwähnt wird) die Autorität gegeben hat, das bestehende Abkommen, und damit international geltendes Recht (!), zu ändern oder anzuzweifeln, wie er es in Interviews bisher deutlich gemacht hat. Dieses kann nicht zur Stabilisierung des Konfliktes beitragen
Die Anschuldigung gegenüber Eritrea, nicht an einer friedlichen Lösung des Konflikts interessiert zu sein, wirkt ob der vollständigen Erfüllung des EEBC-Abkommens von eritreischer Seite absurd.
Zur Aufnahme eines Dialoges ist die bedingungslose Erfüllung des EEBC-Beschlusses seitens Äthiopiens erforderlich!
Auch die Stationierung von 48.000 äthiopischen Soldaten in den Grenzregionen, die Eritrea bisher nicht erwidert hat, grenzt an eine Kriegserklärung und lässt nicht auf ein baldiges Ende des Konfliktes hoffen.
Eritrea ruft daher die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Äthiopien auszuüben, Waffen- und Hilfslieferungen in dieses Land einzustellen, bis das EEBC-Abkommen erfüllt ist und Äthiopien seine Provokationen gegenüber dem Staat Eritrea eingestellt hat!


Sudan
Eritrea unterstützt die sudanesische Bevölkerung bei ihrem Wunsch nach Freiheit und Demokratie. Trotz der begrenzten Möglichkeiten eines so kleinen Landes wie Eritrea, sind wir seit jeher bemüht, die verschiedenen Akteure des Konfliktes an den Verhandlungstisch zu bringen. So war die eritreische Regierung maßgeblich an der Vorbereitung des Treffens zwischen Al-Bashir und El-Merghani (NDA) in Kenia beteiligt. Wir begrüßen daher ausdrücklich das Abkommen zwischen der NDA, SPLMA und der sudanesischen Regierung. Nicht verstehen kann Eritrea die plötzlichen Vorbehalte der sudanesischen Regierung, eritreische Beobachter in der AU Mission in Dafur zu akzeptieren, gegen die sie vor kurzem noch keine Einwände hatten, und sowohl die AU als auch alle anderen Konfliktparteien zugestimmt haben. Die Anschuldigungen, Eritrea würde oppositionelle bewaffnete Gruppen in Dafur und im Rest-Sudan unterstützen, ist völlig aus Luft gegriffen. Im Gegenteil, ist doch das Karthoum-Regime zusammen mit Äthiopien und Jemen seit langem daran interessiert, Eritrea zu isolieren und bedient sich dazu der unwürdigsten Taktiken, wie der blutige Anschlag auf das Hashferai Hotel nahe der sudanesischen-eritreischen Grenzen, welches auch viel von UN-Personal genutzt wird, gezeigt hat. Eritrea ist ebenfalls sehr besorgt, wegen der andauernden Übergriffe sudanesischer Sicherheitskräfte auf die Zivilbevölkerung im Ost-Sudan und die Behandlung der eritreischen Bevölkerung im Sudan. Wir hoffen, dass mit der neuen Regierung die Situation entschärft wird.

“Nevertheless, the government of Eritrea will continue its unreserved efforts, as always, for the comprehensive solution of the Sudanese problem, side by side with the people of the Sudan and its representative political forces, so that the fraternal people of the Sudan will achieve durable peace and stability.”

Ressourcen

- Migliedschaft in der UN Commission for Africa, AU, COMESA, IGAD
- Militär (Stärke: 172.000, Reserve: 120.000; geplante Reduzierung auf 80.000)
- Diverse Hilfslieferungen an Nahrungsmittel, etc. aus dem westlichen Ausland/UN
- Hilfsgelderunterstützung aus Libyen, Saudi-Arabien, Qatar und den Arabischen Emiraten
- 300.000 eritreische Flüchtlinge im Sudan
- diverse oppositionelle sudanesische Gruppen mit Sitz in Eritrea
- sudanesische Flüchtlinge in Eritrea

Verbündete Akteure

SLM/A
NDA
Beja Congress
Free Lions
AU
Libyen

Gegnerische Akteure

Äthiopien
Sudanesische Regierung
Alliance of Eritrean National Force (paramilitärische Gruppe in Eritrea, deren Kampf gegen
Afwerki vom Sudan unterstützt wird; Stärke: 3000)
(Jemen)