projektkrise 2004geschichte

Omar Hasan Ahmad al Bashir

 

Biographisches

Geboren am 1. Januar 1944 in Hosh Bannanga, einem kleinen Ort 100km entfernt von unserer Hauptstadt, war mir schon früh bewusst, dass ich der sudanesischen Armee beitreten möchte und wurde daraufhin schon als junger Mensch dort ausgebildet. Ich komme aus einer einfachen Arbeiterfamilie und musste bereits früh anfangen für mich und meine Familie zu sorgen. Dies tat ich unter anderem nach unserem Umzug nach Khartoum als Arbeiter in einer Werkstatt. Mir war allerdings schon sehr früh klar, dass ich zu größerem befähigt war. Militärisches und strategisches hat mich so fasziniert, dass in mich an der Militärakademie in Kairo weiterbilden lies. Ich erlebte aufgrund meines Geschicks und meiner Intelligenz einen schnellen Karriereaufstieg und wurde bald Fallschirmspringer. 1973 kam ich dann zu der Ehre auf ägyptischer Seite stolz gegen das zionistische Israel im Yom-Kippur Krieg zu kämpfen. Mein Erlerntes durfte ich nach meiner Rückkehr in meine Heimat bei Operationen gegen die SPLA im Südsudan anwenden und wurde aufgrund meiner Erfolge 1980 zum General ernannt. Ich übernahm dann die dominante Rolle in Planung und Durchführung des notwendigen Militärputsches gegen Sadeq al-Mahdi und war 1989 – natürlich – erfolgreich. Ich leitete sofort nach al-Mahdis Sturz notwendige Reformen zur Restrukturierung des Sudans ein und befreite mein Vaterland von ungläubigen und beschmutzenden Institutionen demokratischer Selbstaufgabe. Presse, Parteien und das Parlament wurden aus dem Sudan endlich verbannt und ich gründete den Revolutionären Kommando Rat für die nationale Erlösung, dem ich vorstand. Ich wurde so zum Staatschef, Premierminister, Militärchef und Verteidigungsminister und der Sudan bekam mit mir eine prägnante, vertrauenswürdige, starke Leitfigur.
Um mein ambitioniertes, revolutionäres und vor allem notwendiges Programm der Islamisierung des Sudan durchzusetzen, brauchte ich einen starken und treuen Genossen, den ich in Hassan al-Turabi, den Führer der Nationalen Islamischen Front, fand. Endlich wurde mit der Scharia Recht und Ordnung im Sudan etabliert, die neue Polizei der öffentlichen Ordnung half bei der Implementierung und Überwachung seit 1991. 1993 wurde ich dann zum Präsidenten ernannt, welches die Auflösung des Revolutionären Kommando Rat für die nationale Erlösung mit sich zog, eine logische Schlussfolgerung, denn nun hielt ich ja alle exekutive und legislative Macht inne. 1996 wurde ich bei eindeutig demokratischen Wahlen mit großer, überzeugender Mehrheit in meinem Amt bestätigt, was mich zur Schaffung einer neuen Konstitution 1998 legitimierte. 1999 begannen mein Parlament und ich dann mit einer demokratischen Reform, im Zuge derer auch Hassan al-Turabi, der eine Gefahr für die nationale Stabilität und den Demokratisierungsprozess darstellte, von seinem Amt entfernt wurde. Die Lage im Sudan machte es notwendig den Ausnahmezustand auszurufen, die Verfassung auszusetzen, die Nationalversammlung aufzulösen und al-Turabi in Gewahrsam zu nehmen. Um die Lage wieder zu stabilisieren lies ich erneut eindeutig demokratische Wahlen durchführen aus denen ich klar als Sieger hervorging. Seitdem regiere ich den Sudan in harter aber gerechter Manier. Verheiratet bin ich mit der Witwe eines Offiziers der im Südsudan bei Kämpfen verstorben ist, wir leben gemeinsam in der Armeezentrale.

Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe / Funktion

Siehe oben. Ich bin eindeutig demokratisch gewählter Präsident und politischer Führer, sowie moralischer Wegweiser des Sudan.

Interessen & Positionen

Als Präsident ist es in meinem eigensten Interesse den Sudan zu befrieden. Ich unternehme alles mir mögliche, um einen gerechten, stabilen Frieden zu schaffen. Das Friedensabkommen, welches ich unterzeichnet habe, ist ein großer und wichtiger Schritt. Ich werde auch in Zukunft alles dazu Notwendige veranlassen, dass dieser Frieden ordnungsgemäß implementiert wird. Ich werde nicht erlauben, dass Kriminelle, Feige und Ungläubige diesen Frieden gefährden und werde dementsprechend gegen die Feinde des friedlichen Sudan mit harter Hand vorgehen.
Der Darfur Konflikt begann mit einem Angriff auf die Stabilität des gesamten Staates und auf meine Regierung in Khartoum. Rebellen wollen mein Land weiter destabilisieren und terrorisieren die Region Darfur. Das kann ich nicht zulassen und bin für den Schutz meiner Bevölkerung verantwortlich. Außerdem gehört Darfur in meine territoriale Kontrolle und es wird kein zweiten Südsudan geben.

Ressourcen

Mir stehen so gut wie alle Ressourcen zur Verfügung, die man im Sudan in Regierungshand findet. Militärisch natürlich, da ich Oberbefehlshaber der Armee bin, politisch natürlich, da ich demokratisch gewählter Präsident des Sudan bin, finanziell natürlich, da wir in Khartoum finanziell keine Probleme haben. Lobby-technisch habe ich einen sehr guten Machtzirkel, der mich umgibt. Sowieso sind wir in Khartoum eh alle verwandt und verschwägert, und da Familie bei uns einen großen Stellenwert einnimmt, haben wir hier starke und stabile Beziehungen. Mein inoffizieller Darfur Kriegsrat hilft mir die Lage im Darfur militärisch zu kontrollieren und meine Aktionen erfolgreich durchzuführen. In der arabischen Welt genieße ich großen Respekt und großes Vertrauen. Mein einziges Problem sind die westlichen Schurkenstaaten, die meinen mit ihren – für ihre eigenen Interessen kreierte – internationalen Gremien mich unter Druck setzen zu können. Aber ich weiß mich zu wehren.

Verbündete Akteure

Meine Führungsriege: Ali Taha (Vize), Awad al-Jaz (Energieminister), Salah Gosh (Geheimdienstchef), Mustafa Osman Ismail (Außenminister), Musa Hilal (Janjaweed), Hosni Mubarak (Ägypten), Li Zhaoxing (China), Chen Geng (China), Muammar al-Gaddafi (Libyen)

„Wackelkandidaten“:
Idriss Deby (Tschad), Yoveri Museveni (Uganda), Presse, Olesegun Obasanjo (AU)

Gegnerische Akteure

Hassan al-Turabi, John Garang, Isayas Afawerki (Eritrea), Riek Machar (SPLA), Salva Kiir (SPLA), al-Sadiq al-Mahdi (Umma), Barbara Stocking (Oxfam), Condoleezza Rice und John Danforth (USA), Khalil Ibrahim (JEM), Muhammad Uthman al-Mirghani (DUP, NDA), Benita Ferrero-Waldner (EU), Jan Pronk (UN)