Omar
Hasan Ahmad al Bashir
Biographisches
Geboren am 1. Januar 1944 in Hosh Bannanga, einem
kleinen Ort 100km entfernt von unserer Hauptstadt, war mir schon früh
bewusst, dass ich der sudanesischen Armee beitreten möchte und
wurde daraufhin schon als junger Mensch dort ausgebildet. Ich komme
aus einer einfachen Arbeiterfamilie und musste bereits früh anfangen
für mich und meine Familie zu sorgen. Dies tat ich unter anderem
nach unserem Umzug nach Khartoum als Arbeiter in einer Werkstatt.
Mir war allerdings schon sehr früh klar, dass ich zu größerem
befähigt war. Militärisches und strategisches hat mich so
fasziniert, dass in mich an der Militärakademie in Kairo weiterbilden
lies. Ich erlebte aufgrund meines Geschicks und meiner Intelligenz
einen schnellen Karriereaufstieg und wurde bald Fallschirmspringer.
1973 kam ich dann zu der Ehre auf ägyptischer Seite stolz gegen
das zionistische Israel im Yom-Kippur Krieg zu kämpfen. Mein
Erlerntes durfte ich nach meiner Rückkehr in meine Heimat bei
Operationen gegen die SPLA im Südsudan anwenden und wurde aufgrund
meiner Erfolge 1980 zum General ernannt. Ich übernahm dann die
dominante Rolle in Planung und Durchführung des notwendigen Militärputsches
gegen Sadeq al-Mahdi und war 1989 – natürlich – erfolgreich.
Ich leitete sofort nach al-Mahdis Sturz notwendige Reformen zur Restrukturierung
des Sudans ein und befreite mein Vaterland von ungläubigen und
beschmutzenden Institutionen demokratischer Selbstaufgabe. Presse,
Parteien und das Parlament wurden aus dem Sudan endlich verbannt und
ich gründete den Revolutionären Kommando Rat für die
nationale Erlösung, dem ich vorstand. Ich wurde so zum Staatschef,
Premierminister, Militärchef und Verteidigungsminister und der
Sudan bekam mit mir eine prägnante, vertrauenswürdige, starke
Leitfigur.
Um mein ambitioniertes, revolutionäres und vor allem notwendiges
Programm der Islamisierung des Sudan durchzusetzen, brauchte ich einen
starken und treuen Genossen, den ich in Hassan al-Turabi, den Führer
der Nationalen Islamischen Front, fand. Endlich wurde mit der Scharia
Recht und Ordnung im Sudan etabliert, die neue Polizei der öffentlichen
Ordnung half bei der Implementierung und Überwachung seit 1991.
1993 wurde ich dann zum Präsidenten ernannt, welches die Auflösung
des Revolutionären Kommando Rat für die nationale Erlösung
mit sich zog, eine logische Schlussfolgerung, denn nun hielt ich ja
alle exekutive und legislative Macht inne. 1996 wurde ich bei eindeutig
demokratischen Wahlen mit großer, überzeugender Mehrheit
in meinem Amt bestätigt, was mich zur Schaffung einer neuen Konstitution
1998 legitimierte. 1999 begannen mein Parlament und ich dann mit einer
demokratischen Reform, im Zuge derer auch Hassan al-Turabi, der eine
Gefahr für die nationale Stabilität und den Demokratisierungsprozess
darstellte, von seinem Amt entfernt wurde. Die Lage im Sudan machte
es notwendig den Ausnahmezustand auszurufen, die Verfassung auszusetzen,
die Nationalversammlung aufzulösen und al-Turabi in Gewahrsam
zu nehmen. Um die Lage wieder zu stabilisieren lies ich erneut eindeutig
demokratische Wahlen durchführen aus denen ich klar als Sieger
hervorging. Seitdem regiere ich den Sudan in harter aber gerechter
Manier. Verheiratet bin ich mit der Witwe eines Offiziers der im Südsudan
bei Kämpfen verstorben ist, wir leben gemeinsam in der Armeezentrale.
Hintergrund / berufl. Position
/ Aufgabe / Funktion
Siehe oben. Ich bin eindeutig demokratisch gewählter
Präsident und politischer Führer, sowie moralischer Wegweiser
des Sudan.
Interessen & Positionen
Als Präsident ist es in meinem eigensten Interesse
den Sudan zu befrieden. Ich unternehme alles mir mögliche, um
einen gerechten, stabilen Frieden zu schaffen. Das Friedensabkommen,
welches ich unterzeichnet habe, ist ein großer und wichtiger
Schritt. Ich werde auch in Zukunft alles dazu Notwendige veranlassen,
dass dieser Frieden ordnungsgemäß implementiert wird. Ich
werde nicht erlauben, dass Kriminelle, Feige und Ungläubige diesen
Frieden gefährden und werde dementsprechend gegen die Feinde
des friedlichen Sudan mit harter Hand vorgehen.
Der Darfur Konflikt begann mit einem Angriff auf die Stabilität
des gesamten Staates und auf meine Regierung in Khartoum. Rebellen
wollen mein Land weiter destabilisieren und terrorisieren die Region
Darfur. Das kann ich nicht zulassen und bin für den Schutz meiner
Bevölkerung verantwortlich. Außerdem gehört Darfur
in meine territoriale Kontrolle und es wird kein zweiten Südsudan
geben.
Ressourcen
Mir stehen so gut wie alle Ressourcen zur Verfügung,
die man im Sudan in Regierungshand findet. Militärisch natürlich,
da ich Oberbefehlshaber der Armee bin, politisch natürlich, da
ich demokratisch gewählter Präsident des Sudan bin, finanziell
natürlich, da wir in Khartoum finanziell keine Probleme haben.
Lobby-technisch habe ich einen sehr guten Machtzirkel, der mich umgibt.
Sowieso sind wir in Khartoum eh alle verwandt und verschwägert,
und da Familie bei uns einen großen Stellenwert einnimmt, haben
wir hier starke und stabile Beziehungen. Mein inoffizieller Darfur
Kriegsrat hilft mir die Lage im Darfur militärisch zu kontrollieren
und meine Aktionen erfolgreich durchzuführen. In der arabischen
Welt genieße ich großen Respekt und großes Vertrauen.
Mein einziges Problem sind die westlichen Schurkenstaaten, die meinen
mit ihren – für ihre eigenen Interessen kreierte –
internationalen Gremien mich unter Druck setzen zu können. Aber
ich weiß mich zu wehren.
Verbündete Akteure
Meine Führungsriege: Ali Taha (Vize), Awad
al-Jaz (Energieminister), Salah Gosh (Geheimdienstchef), Mustafa Osman
Ismail (Außenminister), Musa Hilal (Janjaweed), Hosni Mubarak
(Ägypten), Li Zhaoxing (China), Chen Geng (China), Muammar al-Gaddafi
(Libyen)
„Wackelkandidaten“:
Idriss Deby (Tschad), Yoveri Museveni (Uganda), Presse, Olesegun Obasanjo
(AU)
Gegnerische Akteure
Hassan al-Turabi, John Garang, Isayas Afawerki
(Eritrea), Riek Machar (SPLA), Salva Kiir (SPLA), al-Sadiq al-Mahdi
(Umma), Barbara Stocking (Oxfam), Condoleezza Rice und John Danforth
(USA), Khalil Ibrahim (JEM), Muhammad Uthman al-Mirghani (DUP, NDA),
Benita Ferrero-Waldner (EU), Jan Pronk (UN) |