Riek
Machar
Biographisches
Ich bin Dr. Riek Machar, anerkannter Führer
der Nuer (Die Nuer sind die zweitgrößte Volksgruppe im
Südsudan). Schon seit Jahrzehnten setze ich mich aktiv für
die Zukunft eines freien, demokratischen Südsudan ein und habe,
um dieses Ziel zu erreichen, auch schwierige Wege in Kauf genommen.
So habe ich Anfang der 90er Jahre feststellen müssen, dass John
Garang, mit dem ich bis dahin den Kampf der SPLA anführte, mit
seiner Strategie eines autonomen Südens innerhalb des Sudans
in eine Sackgasse steuerte. Ich habe mich deswegen damals von der
SPLA losgesagt und selbst mit einer Reihe Verbündeter (Lam Akol
und Gordon Kong Chuol) mit der SPLA-United den Kampf für einen
unabhängigen Südsudan aufgenommen. Bis 1996 war mir klar
geworden, dass eine Lösung für den Südsudan nur auf
friedlichem Weg zu erreichen ist, also unterzeichnete ich 1996 ein
Abkommen mit der Regierung in Khartoum, das 1997 in das Friedensabkommen
von Khartoum mündete. Damit wurde ich auch Kommandant der South
Sudan Defense Forces (SSDF) und wurde zum Vorsitzenden des Southern
States Coordination Council ernannt. Ich gründete zudem mit der
United Democratic Slavation Front (UDSF) eine eigene Partei, um meine
Anliegen auf politischer Ebene wirkungsvoller vertreten zu können.
Über diesen gesamten Zeitraum hinweg wurden wir (die Nuer) von
der Dinka-domininierten SPLA immer wieder in heftige Kämpfe verwickelt.
Die Tatsache, dass die meisten südsudanesischen Ölvorkommen
in den Siedlungsgebieten der Nuer zu finden sind, führte auch
zu Begehrlichkeiten von anderer Seite: Als ab Mitte der 90er Jahre
ausländische Ölfirmen ins Land kamen, begann die Regierung
in Khartoum, ihre Abmachungen mit mir zu vergessen. Sie rüsteten
Paulino Matiep (ebenfalls ein Nuer) aus, um mir die von mir gehaltenen
Gebiete streitig zu machen und Unfrieden unter den Nuer zu sähen,
die ohnehin unter den ständigen Angriffen der SPLA zu leiden
hatten. Ich verstand schnell, dass die Khartoum-Regierung kein verlässlicher
Partner ist und verlies Khartoum 2000, um mich mit der SPDF im Süden
für die Freiheit und Sicherheit der Nuer einzusetzen. Bis 2002
sahen wir uns wechselseitigen Angriffen der Khartoum-Regierung und
der SPLA ausgesetzt, bis John Garang und ich schließlich ein
politisches Übereinkommen fanden. Damit war die politische und
militärische Einheit im Südsudan wieder hergestellt, und
wir waren in der Lage, die Khartoum-Regierung zu einem Friedensabkommen
zu bewegen, mit dem die Weichen für einen selbstbestimmten, demokratischen
Südsudan gestellt sind. Ich bin zuversichtlich, dass im Zuge
dessen auch die Wunden des inner-südsudanesischen Kampfes geheilt
werden können.
Hintergrund / berufl. Position
/ Aufgabe / Funktion
- Zweiter Mann der SPLA
- Promoviert in irgendeinem technischen Fach
- Ethnische Gruppe: Nuer
Interessen & Positionen
- Möchte unabhängigen Südsudan
Ressourcen
- Die ehemalige SPDF, jetzt Teil der SPLA
- Humanitäre Hilfe wird in Nuer-Regionen über Machar kanalisiert
(über die Relief Association of South Sudan (RASS))
Verbündete Akteure
John Garang, generell SPLA
Gegnerische Akteure
Khartoum-Clique |