projektkrise 2004geschichte

Riek Machar

 

Biographisches

Ich bin Dr. Riek Machar, anerkannter Führer der Nuer (Die Nuer sind die zweitgrößte Volksgruppe im Südsudan). Schon seit Jahrzehnten setze ich mich aktiv für die Zukunft eines freien, demokratischen Südsudan ein und habe, um dieses Ziel zu erreichen, auch schwierige Wege in Kauf genommen. So habe ich Anfang der 90er Jahre feststellen müssen, dass John Garang, mit dem ich bis dahin den Kampf der SPLA anführte, mit seiner Strategie eines autonomen Südens innerhalb des Sudans in eine Sackgasse steuerte. Ich habe mich deswegen damals von der SPLA losgesagt und selbst mit einer Reihe Verbündeter (Lam Akol und Gordon Kong Chuol) mit der SPLA-United den Kampf für einen unabhängigen Südsudan aufgenommen. Bis 1996 war mir klar geworden, dass eine Lösung für den Südsudan nur auf friedlichem Weg zu erreichen ist, also unterzeichnete ich 1996 ein Abkommen mit der Regierung in Khartoum, das 1997 in das Friedensabkommen von Khartoum mündete. Damit wurde ich auch Kommandant der South Sudan Defense Forces (SSDF) und wurde zum Vorsitzenden des Southern States Coordination Council ernannt. Ich gründete zudem mit der United Democratic Slavation Front (UDSF) eine eigene Partei, um meine Anliegen auf politischer Ebene wirkungsvoller vertreten zu können. Über diesen gesamten Zeitraum hinweg wurden wir (die Nuer) von der Dinka-domininierten SPLA immer wieder in heftige Kämpfe verwickelt. Die Tatsache, dass die meisten südsudanesischen Ölvorkommen in den Siedlungsgebieten der Nuer zu finden sind, führte auch zu Begehrlichkeiten von anderer Seite: Als ab Mitte der 90er Jahre ausländische Ölfirmen ins Land kamen, begann die Regierung in Khartoum, ihre Abmachungen mit mir zu vergessen. Sie rüsteten Paulino Matiep (ebenfalls ein Nuer) aus, um mir die von mir gehaltenen Gebiete streitig zu machen und Unfrieden unter den Nuer zu sähen, die ohnehin unter den ständigen Angriffen der SPLA zu leiden hatten. Ich verstand schnell, dass die Khartoum-Regierung kein verlässlicher Partner ist und verlies Khartoum 2000, um mich mit der SPDF im Süden für die Freiheit und Sicherheit der Nuer einzusetzen. Bis 2002 sahen wir uns wechselseitigen Angriffen der Khartoum-Regierung und der SPLA ausgesetzt, bis John Garang und ich schließlich ein politisches Übereinkommen fanden. Damit war die politische und militärische Einheit im Südsudan wieder hergestellt, und wir waren in der Lage, die Khartoum-Regierung zu einem Friedensabkommen zu bewegen, mit dem die Weichen für einen selbstbestimmten, demokratischen Südsudan gestellt sind. Ich bin zuversichtlich, dass im Zuge dessen auch die Wunden des inner-südsudanesischen Kampfes geheilt werden können.

Hintergrund / berufl. Position / Aufgabe / Funktion

- Zweiter Mann der SPLA
- Promoviert in irgendeinem technischen Fach
- Ethnische Gruppe: Nuer

Interessen & Positionen

- Möchte unabhängigen Südsudan

Ressourcen

- Die ehemalige SPDF, jetzt Teil der SPLA
- Humanitäre Hilfe wird in Nuer-Regionen über Machar kanalisiert (über die Relief Association of South Sudan (RASS))

Verbündete Akteure

John Garang, generell SPLA

Gegnerische Akteure

Khartoum-Clique