Meles
Zenawi 
Biographisches
- am 8. Mai 1955 geboren als Ato Meles Zenawi in
Adwa, Äthiopien
- Zenawi studierte ab 1972 Medizin an der Universität von Addis
Abeba. Nach dem Sturz der Kaisers Haile Selassie und der Errichtung
der Diktatur von Mengistu Haile Mariam brach er 1975 das Studium ab,
kehrte in seine Heimatprovinz zurück, schloss sich der neu gegründeten
marxistischen Volksfront für die Befreiung von Tigre (TPLF) an.
? „Observers used to joke that when the TPLF captured towns
from Mengistu's Marxist regime, they would take down the ubiquitous
portraits of Marx, Engels and Lenin in government offices, and replace
them with even larger ones.”
- 1985 gelangte er an die Spitze der Bewegung und ab 1989 führte
er ein breites Bündnis äthiopischer Oppositionsgruppen an.
Mit der Unterstützung der Befreiungsfront des damals zu Äthiopien
gehörenden Eritrea gelang diesem Bündnis im Mai 1991 der
Sturz des Mengistu-Regimes. Zenawi wurde zum Chef der Übergangsregierung
und ist seit den Wahlen 1995 Regierungschef seines Landes. Zanawi
betreibt einen westlich orientierten Kurs und tritt für eine
freie Marktwirtschaft ein.
- verheiratet, 3 Kinder
- Hobbys: Lesen, Schwimmen und Tennis!
- First Class M.A. in Business Administration
- Meles steckt seit einer Woche in einer tiefen Regierungskrise, denn
nachdem die Opposition der Regierung Betrug bei den Wahlen Mitte Mai
2005 vorgeworfen hatte, kam es zu Protesten, die von der Regierung
niedergeschossen wurden. Dabei kamen ca. 30 Oppositionsanhänger
auf den Straßen von Addis Abeba ums Leben. Jetzt hagelt es internationale
Kritik und Blair wird vorgeworfen, wie er nur „so einen wie
Meles“ in die „Commission for Africa“ berufen konnte.
Die Oppositionspartei CUD wies die Vorwürfe der Regierung zurück,
sie habe die Proteste angezettelt. Die Unruhen hatten mit Demonstrationen
von Studenten begonnen, nachdem sich die Regierungspartei EPRDF zur
Siegerin der Parlamentswahlen vom 15. Mai ausgerufen hatte. Die Opposition
warf der Regierung massive Wahlmanipulationen vor. Internationale
Beobachter hatten hingegen von vergleichsweise fairen Wahlen gesprochen.
Die Regierung Äthiopiens hat zwei bekannte Führer der Opposition
unter Hausarrest gestellt.
Hintergrund / berufl. Position
/ Aufgabe / Funktion
- Premierminister der Demokratischen Bundesrepublik
Äthiopien
- für friedliche Lösung im Konflikt mit Eritrea
- Mitglied von Tony Blairs „Commission for Africa“- Äthiopien
ist eines der Länder, das vom „G8-Schuldenerlass“
profitieren wird
Interessen & Positionen
Äthiopiens Außenpolitik stellt die begrenzten
Mittel des Landes in Rechnung, sie ist pragmatisch und frei von ideologischen
Vorgaben. Vorrang haben die Beziehungen zu den Nachbarländern
im Horn von Afrika und zu den internationalen Geberländern, vor
allem den USA und den EU-Mitgliedstaaten. Daneben sucht das Land gute
Beziehungen zu den arabischen Staaten sowie der Türkei, Iran,
Russland, Japan, China und Indien. Äthiopien spielt eine aktive
Rolle in der Regionalorganisation IGAD (Inter-Governmental Authority
on Development) und in der Afrikanischen Union (AU, vormals Organisation
der Afrikanischen Einheit - OAE) sowie NEPAD (New Partnership for
African Development), zu dessen Implementierungskomitee Äthiopien
gehört
Beziehungen zum Sudan
- In den Beziehungen zum Sudan spielt das Nilwasser eine wichtige
Rolle. 1995 verschlechterten sich die Beziehungen, da Äthiopien
gemeinsam mit Eritrea und Uganda die bewaffnete Opposition im Sudan
unterstützte. Während des neuerlichen Kriegs gegen Eritrea
verbesserten sich die Beziehungen und führten zum Ausbau der
Straßenverbindungen (u.a. wegen des Zugangs zu Port Sudan).
1999 wurde zwischen Äthiopien, Sudan und Ägypten ein Vertrag
über die Nutzung des Nilwassers abgeschlossen
- 25.4.2002: Ankündigung von „neuer Ära“ zwischen
Äthiopien und Sudan
- Äthiopien bezieht einen Großteil seiner Erdölimporte
aus Sudan bezieht
- Sudan, Äthiopien und der Jemen haben einen Dreierbund zur Förderung
der Wirtschaft und zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus geschlossen
- Im Darfur-Konflikt versucht die Regierung in Addis Abeba vermittelnd
zu wirken.
Beziehungen zu Eritrea
Die Beziehungen zu Eritrea stehen seit dessen Unabhängigkeit
von Äthiopien im Jahre 1993 im Mittelpunkt der Außenbeziehungen
des Landes. Die nach dem gemeinsamen Kampf der beiden Befreiungsbewegungen
EPLF (Eritrean People's Liberation Front) und TPLF (Tigray People's
Liberation Front) gegen das Derg-Regime von Mengistu zunächst
guten Beziehungen verschlechterten sich nach der Unabhängigkeit
zunehmend und mündeten schließlich in den blutigen Grenzkrieg
von 1998-2000 mit ca. 100.000 Toten, der durch den Waffenstillstand
vom 18.06.2000 und den Friedensvertrag von Algier vom 12.12.2000 beendet
wurde. Zur Sicherung des Waffenstillstands stationierten die Vereinten
Nationen eine Friedenstruppe (UNMEE United Nations - Mission in Ethiopia
and Eritrea) in einem 25 km tiefen Grenzstreifen auf eritreischem
Gebiet (Temporary Security Zone, TSZ), bis die Festlegung und Markierung
der umstrittenen Grenze durch dievon beiden Seiten gebildete Grenzkommission
erfolgt sein würde. Der Spruch der Grenzkommission, der nach
dem Willen der Parteien abschließend und bindend sein sollte,
wurde am 13.04.02 verkündet, die Demarkierung der Grenze sollte
2003 beginnen. Nachdem jedoch klar wurde, dass der Ort Badme, um den
sich der Krieg ursprünglich entzündet hatte, von der Grenzkommission
Eritrea zugeschlagen worden war, rückte Äthiopien von dieser
Haltung ab und erklärte sich fortan nur mit der Demarkierung
unstrittiger Gebiete (ca. 85% der Grenze) einverstanden. Eritrea wiederum
lehnt den Beginn der Demarkierung in den unumstrittenen Grenzbereichen
ab, bevor nicht deutlich gemacht wird, dass der Demarkierungsprozess
zu Ende geführt wird. In einer im November 2004 verkündeten
5-Punkte-Initiative hat sich Äthiopien im Prinzip zu einer Demarnkierung
der gesamten Grenze "im Dialog" bereit erklärt. Einen
solchen Dialog lehnt Eritrea ab und besteht auf einer Demarkierung
ohne Dialog - erst nach einer Demarkierung könne ein Dialog stattfinden.
Anfang 2004 hat der UNO-Generalsekretär den ehemaligen kanadischen
Außenminister Lloyd Axworthy zu seinem Sondergesandten ernannt,
mit dem Auftrag, zwischen den Parteien zu vermitteln. Eritrea weigert
sich jedoch, ihn zu empfangen.
Ressourcen
- Die äthiopische Sicherheits- und Verteidigungspolitik
ist defensiv, hält aber unverändert am Ziel ausreichend
starker Streitkräfte fest. Die Streitkräfte befinden sich
im Umbruch. Die Personalstärke von offiziell 300.000 Mann im
Krieg gegen Eritrea wurde bereits um ca. 150.000 reduziert. Gleichzeitig
wurde mit der Aufstellung von Reservestreitkräften begonnen.
Der Verteidigungshaushalt lag für 2003/04 unverändert gegenüber
dem Vorjahr bei 3 Mrd. ETB (ca. 300 Mio. EUR), d.h. ca. 5% des Bruttoinlandsproduktes
(BIP). Äthiopien hat Truppen für dei UNO-Einsätze in
Burundi und in Liberia entsandt - es ist damit der fünftgrößte
Truppensteller in der UNO (Stand Dez. 2004).
- IGAD, NEPAD, AU
- Addis Abeba ist Sitz der Afrikanischen Union und wird von den Afrikanern
als "Hauptstadt Afrikas" bezeichnet.
- Äthiopien (Adis Abeba) als Schauplatz wichtiger Verhandlungen
im Sudan/Darfur-Konflikt
Verbündete Akteure
- AU
- IGAD
- NEPAD
- USA und EU
- arabische Länder
Gegnerische Akteure
nach unerwartetem Krieg mit Eritrea (1998-200)
herrschst Funkstille zwischen Meles und Isayas (Regierungschef Eritreas)
? Meles: "We believe the problem between ourselves and Eritrea
will have to be resolved through dialogue. We have tried in the past,
but it takes two to tango" |