Matthew
Okikiolakan Aremu Olusegun Obasanjo
Biographisches
Ich wurde am 5. März 1937 in Abeokuta im christlichen
Südwesten Nigerias als Yoruba geboren.
1958 trat ich in die nigerianische Armee ein, wo ich rasch als Offizier
Karriere machte. Ich studierte in England und besuchte das Royal College
of Military Engineering in Indien.
Während des Bürgerkriegs mit der abtrünnigen Provinz
Biafran kämpfte ich auf Seiten der Regierung und nahm 1970 die
Kapitulation der Streitkräfte Biafrans entgegen.
Nach dem Militärputsch 1974 von Murtala Mohammed wurde ich stellvertretender
Regierungschef. Nach der Ermordung Mohammeds 1976 stieg ich zum Staatspräsidenten
auf und bereitete die Gründung der II. Republik vor. 1979 übergab
ich die Macht an den gewählten Präsidenten Shehu Shagari.
Ohne mich zu sehr selbst zu loben, möchte ich doch festhalten,
dass die freiwillige Abgabe der Macht durch einen Militär an
eine zivile, demokratisch gewählte Regierung in Afrika zu dieser
Zeit höchst außergewöhnlich war! (Im Grunde war ich
der erste afrikanische Leader, der dies tat.)
Nach der Machtübergabe kehrte ich in meine Heimatregion zurück
und kümmerte mich um meine Schweine- und Geflügelfarm.
Nebenher hatte ich von Anfang der 80er bis Mitte der 90er Jahre zahlreiche
internationale Funktionen inne, u.a. war ich Präsident von Transparency
International, gründete das African Leadership Forum und war
Kandidat für das Amt des UN-Generalsekretärs.
1995 - 1998 war ich aus politischen Gründen inhaftiert, da ich
mich gegen den undemokratischen Führungsstil des Militärdiktators
Sani Abacha auflehnte. Man warf mir vor, an der Planung eines Putsches
gegen den Diktator beteiligt gewesen zu sein. Aufgrund meines Engagements
für Demokratie und Menschenrechte, wurde mir 1996 der Friedenspreis
der Friedrich-Ebert-Stiftung verliehen.
Als Präsidentschaftskandidat der People's Democratic Party gewann
ich die Wahlen zur IV. Republik und bin seit 1999 Staatspräsident.
Meine Wiederwahl fand bei den Wahlen von 2003 statt, die ich mit 61,94
% der Stimmen für mich entscheiden konnte. Meinem Mitbewerber,
dem ehemaligen Militärdiktator Muhammadu Buhari gelang es hierbei
nicht das Volk zu täuschen. Böse Zungen unterstellten mmir,
die Wahlen manipuliert zu haben. Diese Anschuldigungen sind jedoch
an den Haaren herbeigezogen und als verzweifelter Versuch der Opposition
zu werten, mich zu diskreditieren.
Im Jahr 2003 startete ich eine Antikorruptionskampagne in Zusammenarbeit
mit Transparency International. Nigeria, als Afrikas größter
Öl-Exporteur, soll seinen drittletzten Platz in der Korruptionsliste
der Welt mit Hilfe der Organisation, der ich lange Zeit vorstand,
verlassen. Am 7. November 2003 stellte ich meinen Plan in Berlin,
dem Sitz von TI, unter der Bezeichnung "Corruption: Nigeria's
greatest challenge" gemeinsam mit dem Gründer von TI, Prof.
Dr. Peter Eigen, vor.
Ein großes Anliegen meiner Regierung ist die Fortsetzung des
nigerianischen Demokratisierungsprozesses, einhergehend mit der Überwindung
ethnischer und religiöser Differenzen innerhalb unserer Nation.
Wenn es uns gelingt, unsere junge Demokratie stabilisieren, werden
ausländische Investoren Vertrauen zu uns gewinnen. Nigeria als
Land mit reichen Rohstoffvorkommen und Humankapital könnte so
als Vorbild für ganz Afrika fungieren und den afrikanischen Kontinent
aus seiner Unmündigkeit befreien.
Hintergrund / berufl. Position
/ Aufgabe / Funktion
- amtierender Chairman der African Union
- Präsident von Nigeria
- Vermittler bei den Friedensgesprächen zwischen sudanesischer
Regierung und JEM bzw. SLM/A
Interessen & Positionen
- „afrikanische Lösung“ des Konfliktes,
Vermeidung des Einschaltens internationaler und vor allem nichtafrikanischer
Institutionen
=> Stärkung der afrikanischen Position in der internationalen
Politik
Ressourcen
- African Union
- Jahresbudget: insgesamt $158.000.000
- AMIS: 2,370 AU Peacekeeper in Darfur + 5,300 zusätzliche Peacekeeper,
die in den nächsten Wochen entsendet werden
- Nigerianische Streitkräfte
- Nigeria als wichtigster Öl-Produzent Afrikas (Nr. 8 weltweit)
Verbündete Akteure
Mubarak, al-Gaddafi, Meles Zenawi, Idriss Déby,
Yoveri Museveni, Isayas Afawerki, (al-Bashir)
Gegnerische Akteure
(UN/ Jan Pronk), (EU/ Benita Ferrero-Waldner) |